Tesla Model S für die Rennstrecke: In 2 Sekunden von 0 auf 100 km/h!

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Knapp 800 PS. In 2,1 Sekunden auf Tempo 100. Und das rein elektrisch: Die Electric GT Holding hat aus dem Model S von Tesla eine kompromisslose Rennmaschine gemacht – und nimmt das zum Anlass, eine ganze Rennserie um das Elektro-Monster zu veranstalten. Was diese Version des Model S so besonders macht und wann ihr sie am Nürburgring live erleben könnt, erfahrt ihr hier – und seht im Video am Ende des Artikels den ganzen Wahnsinn, den die Veranstalter dem Wagen eingepflanzt haben.

Eine Rennserie, ein Auto

Mit der Electric Production Car Series (EPCS) hat die FIA die erste Rennserie lizensiert, die mit seriennahen Elektroautos geführt – und damit die Grundlage für eine elektrische Alternative zu Serien wie der DTM geschaffen.

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Zum Beginn wird es im Starterfeld allerdings wenig Abwechslung geben: Das Model S ist bisher das einzige Elektroauto, das als Rennversion alle (Crash-) Tests der FIA bestand. Und damit die offizielle Zulassung bekam. Wenn die EPCS im nächsten Jahr an den Start geht, werden also erst einmal nur Fahrzeuge aus dem Hause Tesla an den Start gehen; das allein reicht aber schon, um den feuchten Traum eines jeden Elektro-Fans wahrzumachen:

Ein Wochenende lang reine Elektro-Power

Klar, es gibt auch die Formel E. Aber am Ende starten dort reinrassige Rennmaschinen, die mit einem Straßenwagen ungefähr so viel zu tun haben wie einzelne Dieselfahrverbote mit sauberer Luft.  Das Model S P100DL dagegen kommt der Straßenversion zumindest optisch sehr nahe – und auch die Energiequelle ist die gleiche wie bei Teslas leistungsstärksten Varianten. Entsprechend groß ist die Vorfreude bei uns Elektrofans, wenn wir an die neue Serie denken: Ein Wochenende lang werden sich 20 Fahrer mit tausenden Kilowattstunden Strom auf der Strecke bekriegen – und dabei zeigen, dass die Technik endlich auch für den Rennbetrieb bereit ist.

Qualifying, Renntag, Drift-Challenges

Beim Blick auf das Programm der Rennwochenenden wird klar: Die Veranstalter wollen nicht nur zeigen, wie viel Power in modernen Elektro-Autos steckt. Sondern auch dafür sorgen, dass alle Beteiligten den maximalen Fun-Faktor geboten bekommen. Und so startet das Wochenende klassisch mit einer Art freiem Training und einem Qualifying am ersten Tag. Am zweiten Tag geht es dann ans Eingemachte: Die Rennen mit einer Länge von jeweils etwa 60 Kilometern. Doch anschließend geht es nicht direkt aufs Podium zur Champagnerdusche; stattdessen geht es weiter mit einem der Highlights eines jeden Rennwochenendes: Der Drift-Challenge.

Extrapunkte für zerstörte Reifen

Nach dem Rennen treten der Erst- und Zweit-Platzierte gegen zwei weitere Fahrer an – wer das ist, entscheidet ein Voting in den sozialen Netzwerken. Eine Art zweite Chance für die Sieger der Herzen also.

Die vier Fahrer treten dann im Drift Off gegeneinander an – einer Reihe verschiedener Challenges. Im Kern geht es aber wohl darum, mit den 778 PS der Elektro-Boliden möglichst kunstvoll auf die speziell entwickelten Reifen einzuprügeln. Der Plan des Veranstalters verspricht uns Rennfans also einen neuen Feiertag pro Jahr: Den Tag, an dem die Renn-Tesla über die GP-Strecke des Nürburgrings herfallen. Und dafür sind sie verdammt gut ausgestattet:

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Mehr Leistung, weniger Gewicht

78 Extra-PS im Vergleich zur Serie. Überrollkäfig statt Rückbank. Und dank fast komplett leergeräumtem Innenraum insgesamt 500 Kilo leichter: Die Rennversion des Model S ist voll und ganz auf Performance getrimmt. Auf dem Papier sieht das allerdings gar nicht so beeindruckend aus: Mit 2,1 Sekunden ist die EPCS-Variante beim Sprint auf 100 km/h zwar eine gute halbe Sekunde schneller als die Serie – die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings bei beiden Varianten mit „nur“ 250 km/h angegeben. Auf der Rennstrecke machen die 500 Kilo Gewichtsverlust und die gewonnene Beschleunigung dann aber Welten aus – hier hat die Serienversion gegen ihren gedopten Bruder nicht den Hauch einer Chance. Und auch wenn es um die Optik geht, ist unser Favorit schnell gefunden:

Ein Tuning-Traum für Elektro-Fans

Breitgebaute Carbon-Radkästen. Maßgeschneiderte Rennbereifung von Pirelli. Und dazu ein Heckspoiler direkt aus der Need for Speed Werkstatt: aus der zurückhaltenden Eleganz des Model S macht Electric GT ein automobiles Muskelpaket. Und auch im Inneren hat sich einiges getan: Ein Rennfahrwerk bringt den Tesla nah genug an den Boden, um jedem TÜV-Prüfer Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. Beruhigender geht es bei der Bremsanlage zu: Die hält den Wagen deutlich schneller an als die Serie. Keine Veränderung gibt es dagegen beim Akku: Hier kommt Teslas stärkste Version mit 100 kWh zum Einsatz, die Wagen und Fahrer im Rennbetrieb bis zu 90 km lang unter Hochspannung setzt.

Die Zukunft beginnt schon in diesem Jahr

Denn dann startet die Electric Production Series ihr erstes Rennen im spanischen Jerez. Fest stehen außerdem Rennen auf Strecken in Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien, Portugal – und Deutschland: In ziemlich genau einem Jahr macht die Rennserie Halt am Nürburgring. Am 28. Und 29. Juni 2019 werden die hochgezüchteten Tesla auf die Grand Prix Strecke des Nürburgring losgelassen – und ihr könnt dabei sein: Auf der Seite des Veranstalters habt ihr die Möglichkeit, euch schon jetzt Tickets zu reservieren. Und falls ihr nicht vor Ort sein könnt, haben wir einen Trost für euch: Parallel zu jedem Rennen wird es auch ein E-Sports Event geben – wie das genau aussieht, darüber schweigt sich die Electric GT Holding allerdings noch aus.

Die Zeit des Elektro-Rennsports beginnt

Natürlich liebe auch ich das Brüllen eines Achtzylinders – in meinem Herz ist aber mindestens genauso viel Platz für die Zukunft. Und die gehört auch im Rennsport den Elektroautos: Erst vor ein paar Tagen pulverisierte VW’s Höllenmaschine mit Elektromotor den bisherigen Streckenrekord beim legendären Bergrennen am Pikes Peak. Und auch auf den Rundkursen dieser Welt werden früher oder später Elektro-Motoren die Rekordhalter antreiben. Bis es soweit ist, wird es vermutlich noch einige Jahre dauern. Doch mit der Formel E und jetzt der EPCS sind die ersten Schritte in die Motorsport-Zukunft gemacht. Und wenn in einem Jahr die ersten P100DL auf den Nürburgring rollen, könnt ihr hautnah erleben, wie die Rennsport-Geschichte weitergeschrieben wird. 

Titelbild Quelle: instagram.com/electricgt_holdings

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