Buchempfehlung: Keine Tugend ohne Risiko! Wie du mit „Skin in the Game“ Bullshit vermeidest

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Wie kannst du die Welt verstehen? Kannst du wissen, dass das Feuer heiß ist, ohne dich wenigstens ein Mal verbrannt zu haben? Kannst du wissen, welche Entscheidungen in deinem Leben gut sind, ohne die direkten Konsequenzen der schlechten Entscheidungen hautnah zu erleben? Und wie sollst du handeln, wenn du das Gefühl hast, von jemandem verarscht zu werden, der dir etwas aufdrehen will? Dafür gibt es Skin in the Game: ein einfaches, aber nützliches Konzept von Nassim Taleb im gleichnamigen Buch über ungleiche Verhältnisse im täglichen Leben. Mit Skin in the Game erkennst du sehr schnell, welche Information nützlich und welche nur ein Märchen ist. Auch kannst du Scharlatane schnell entlarven, die dir z.B. großes Geld versprechen und im Notfall keine Verantwortung tragen. Letztendlich ist Skin in the Game ein großer Filter, der echtes Handeln vom billigen Geschwätz trennt.

Über Besserwisser und ihre lange Nasen

Die moderne Welt ist komplex. Es ist für dich besonders wichtig, vernünftiges Wissen vom „Blabla“ zu unterscheiden, wenn du vorankommen willst. Du kannst kein Wissen von der Praxis trennen, denn ohne den Kontakt zur echten Welt kann dich dieses Wissen irreführen. Es ist umso schlimmer, wenn du einfach nur Wissen produzierst, das nichts mit der Realität zu tun hat. Nehmen wir als Beispiel professionelle Akademiker. Sie können lebenslang riesige Traktate über ein schwieriges und kaum verständliches Thema schreiben, ohne eine wirkliche Erfahrung in diesem Thema durchlebt zu haben. Oder Ökonomen, Berufspolitiker und andere Pseudopropheten: Sie stellen Vorhersagen auf, aber wenn es doch nicht so läuft, ziehen sie keine Konsequenzen. Warum? Weil das System ihnen diese Möglichkeiten eröffnet. Schau dir nur einen Politiker an: Er weiß es meistens besser, wie andere Menschen zu leben haben und greift mit seinen Vorschlägen in ihr Leben ein. Läuft es schief, wer wird zur Kasse gebeten? Nicht der Politiker. Das Problem lautet wie folgt: wenn du für deine Taten nicht verantwortlich bist, kannst du viel Chaos anstellen. Steht dagegen deine eigene „Haut“ auf dem Spiel, handelst du total anders. Das macht einen riesengroßen Unterschied.

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Über moralische Regeln von Skin in the Game

Nassim Taleb erwähnt in seinem Buch „bullshit vendors“. Diese kannst du sehr schnell daran erkennen, wie symmetrisch ihre Taten zu dir stehen. Im Prinzip gibt es zwei universelle Regel, die unsere Welt geprägt haben: die silberne und die goldene Regel. Die goldene Regel kennt fast jeder: behandle deinen Nächsten so, wie du behandelt werden möchtest. Die silberne Regel lautet: tu deinem Nächsten das nicht an, was dir nicht angetan werden sollte. Wenn dir also dein Kumpel erzählt, du solltest die und die Aktie kaufen, weil sie „total“ profitabel ist, glaub ihm nicht. Schau erstmal in sein Portfolio. Hat er selbst die erwähnten Aktien nicht gekauft, drängt dich aber dazu, ist er ein „bullshit vendor“. Offensichtlich hat er sein eigenes Interesse daran und kriegt noch Kohle, wenn du seinen Affiliate-Link benutzt. Sind die Aktien nicht profitabel und dein Geld ist weg, stehst du blöd da und er zuckt nur mit Schultern. Ein guter Kumpel bedient sich der goldenen Regel: er zieht seine Mitmenschen nur dann ins Risiko, wenn er dasselbe Risiko trägt. Der beste Kumpel macht das überhaupt nicht und bleibt bei der silbernen Regel.

Über Minderheiten, die sich immer durchsetzen

Macht deine Freundin immer Stress, wenn sie auf veganen Gummibärchen besteht und du schon wieder welche mit Gelatine gekauft hast? Dir ist es doch egal, schließlich schmecken sie sowieso alle gleich. Also kaufst du nächstes Mal veganes Zeug. Und schwups: Die weibliche Minderheit in deiner Beziehung hat die Führung übernommen. Und du hast es nicht mal bemerkt. So etwas funktioniert auch in großen Maßstäben. Immer häufiger siehst du Lebensmittel ohne Gluten, Laktose oder anderen Dingen, die bei einer relativ kleinen Anzahl von Menschen auf Intoleranz stoßen. Mittlerweile findest du in den USA kaum noch Flüge, wo Essen mit Spuren von Erdnüssen verkauft wird. Warum? Weil es für die Hersteller günstiger ist, nur eine Art von Produkten herzustellen. Schließlich ist es den Nichtallergikern egal, ob Nüsse drin sind oder nicht. Genauso läuft es in der Politik und in der Gesellschaft: Die Intoleranten setzen ihre Forderungen am effektivsten durch. Die Toleranten können sich anpassen. Mit anderen Worten: Ein bewusster Bürger würde nie ein Verbrechen begehen, ein Krimineller wird aber Verbrechen begehen und bleibt trotzdem in legale Handlungen involviert. Das heißt dann, dass Minderheiten und keine Mehrheiten regieren. Pass aber auch im privaten Leben auf diese asymmetrische Chancen, die sich missbrauchen lassen. Am häufigsten kriegt der Freche und der Laute das, was er will. Sei also immer auf der Hut vor Scharlatanen und Betrügern!

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