Klaus Kinski –  Irrer auf  Leinwand

Klaus Kinski – ein Irrer auf der Leinwand

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Seine Wutausbrüche sind legendär. Insbesondere gegenüber dem Regisseur Werner Herzog, mit dem Klaus Kinski scheinbar eine innige Hassliebe verband. Beispielsweise in Fizcarraldo, wo er über zehn Minuten lang vor laufender Kamera alles und jeden aufs übelste beschimpfte und schließlich zornentbrannt vom Set rannte. Nichtsdestotrotz bleibt die künstlerische Leistung Klaus Kinskis unbestritten: Er gilt als einer der größten deutschen Schauspieler überhaupt. Abonniert war Kinski auf die Rolle des Psychopaten. Als solcher feierte er auch international Erfolge. Und böse Zungen behaupten, er habe dafür nicht einmal schauspielern müssen, sondern nur sich selbst gespielt.

Der Mensch Klaus Kinski

Geboren wurde Klaus Kinski am 18. Oktober 1926 in Danzig als viertes Kind eines Apothekers und einer Krankenschwester. Vier Jahre nach Klaus Kinskis Geburt zog die Familie nach Berlin. Die Schulzeit dort scheint alles andere als einfach für ihn gewesen zu sein. Denn nach eigener Aussage, musste Klaus Kinski schon als Schüler Geld verdienen. Das machte er als Laufjunge, Schuhputzer, aber auch als Leichenwäscher. Während er sagte, die Familie sei arm gewesen, behaupteten seine Brüder das Gegenteil. Als jüngstes Kind sei er von den Eltern sogar besonders umsorgt worden.

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Wie nahezu jeder junge Mann aus seiner Generation wurde auch Klaus Kinski während des Zweiten Weltkriegs in die Wehrmacht eingezogen: Er leistete seinen Dienst 1944 bei einer Einheit von Fallschirmjägern an der Westfront. Aber schon gegen Ende des Jahres geriet er unter reichlich abenteuerlichen Umständen in britische Gefangenschaft. Und hier schnupperte er auch zum ersten Mal Theaterluft: Kinski spielte im Oktober 1945 auf einer provisorischen Bühne seine erste Rolle.

Auf dem Weg zum Ruhm

Nach dem Krieg hatte Klaus Kinski – dem jegliche klassische Schauspielausbildung fehlte – zunächst in Baden-Baden und Tübingen an Theatern gearbeitet. Bereits 1946 gelang ihm der Sprung auf bekannte Bühnen in Berlin wie dem Schlossberg Theater. Bereits ein Jahr später erhielt er auch seine erste Filmrolle. Richtig bekannt wurde er allerdings erst durch seine Rollen in den Verfilmungen von Edgar Wallace-Krimis. Später spielte er in legendären Filmen wie Doktor Schiwago oder Nosferatu – Phantom der Nacht und festigte damit seinen Ruf als lebende Schauspiel-Legende. Privat hatte er jedoch weniger Glück: Insgesamt scheiterten drei Ehen. Das dürfte nicht zuletzt seinem von allen gefürchteten Temperament gelegen haben. Denn Kinski konnte einerseits sanft und liebenswürdig sein, hatte aber auch einen Hang zu Zornesausbrüchen übelster Art. Dieses wechselhafte Temperament nahm Werner Herzog in Mein liebster Feind zum Thema. Denn obwohl der Regisseur von Kinski während der Dreharbeiten oft gedemütigt wurde, schätzte er doch die Kreativität, die sich zwischen den beiden entwickelte. Das Enfant terrible des deutschen Films verstarb am 23. November 1991 in Kalifornien. Die Todesursache waren Herzprobleme.

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