tv camera in the football stadium before the game

Für mehr Gerechtigkeit: Die FIFA führt den Videobeweis ein

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Am 3. März 2018 gab das IFAB (International Football Association Board) grünes Licht für den Videobeweis. Anders als bei älteren Vorgaben wie, dass das Spielfeld frei von Sträuchern und Bäumen sein muss (die Regel stammt aus dem Jahr 1896), scheiden sich bei diesem Thema allerdings die Geister. Die Entscheidung des für die Änderungen von Fußballregeln verantwortlichen Gremiums spielt natürlich vor allem in Hinblick auf die im Sommer anstehende Weltmeisterschaft eine bedeutende Rolle. Stimmt das FIFA-Council der technischen Innovation auf seiner Tagung am 15. bis 16. März in Bogota zu, werden nämlich auch Toni Kroos, Neymar, Ronaldo und Co. im Sommer von einem Referee-TV-Team kontrolliert.

Die Statistiken sprechen für den Einsatz

Der Präsident der FIFA, Gianni Infantino, gilt als „Fan“ des Videobeweises und setzt sich öffentlich für dessen Einsatz bei der WM in Russland ein. Und auch die Statistiken, sofern sie denn der Wahrheit entsprechen, geben Infantino und den anderen Befürwortern recht: Die Entscheidungen, die mit Hilfe des Videobeweises getroffen werden, seien laut der verantwortlichen Projektgruppe zu 98,8 Prozent korrekt. Allerdings gab es in der Testphase in der Bundesliga und auch beim Confederations Cup im vergangenen Jahr durchaus die eine oder andere Panne. Gut zu wissen: Der Videobeweis ist auf vier Szenarien beschränkt: Elfmeter, rote Karten, Torentscheidungen und Spielerverwechslungen. Zudem sollen die Helfer am Bildschirm nur eingreifen, wenn der Referee eine offensichtliche Fehlentscheidung getroffen hat.

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Die Meinungen sind geteilt

Den nationalen Verbänden bleibt es freigestellt, ob sie die technische Neuerung nutzen oder nicht. Während die DFL (Deutsche Fußball Liga) an dem Assistenten festhalten möchte und auch die spanische Liga die Einführung im nächsten Jahr plant, haben sich nicht wenige Erstliga-Vereine (z.B. in Brasilien) gegen das finanziell aufwändige Mittel ausgesprochen. Und auch die UEFA sieht keinen Grund, den Videobeweis in der Champions League einzuführen. Info: Laut den Befürwortern geht es bei dem technischen Assistenten nicht darum, zu untersuchen, ob der Schiri eine richtige Entscheidung getroffen hat, sondern, ob diese Entscheidung eindeutig falsch war. Das „letzte Wort“ hat dabei immer der Spielleiter und man wolle nicht den wesentlichen Spielfluss zerstören. Vor allem letzteres ist ein Punkt, warum der Videobeweis so umstritten ist.

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Jogi coacht bald mit Smartphone

Die Regelhüter des IFAB führten kürzlich zwei weitere gravierende Regelungen ein. Nach einer Testphase in über 12 Wettbewerben, darunter auch der DFB-Pokal, entschied man sich für die Möglichkeit, im Falle einer Verlängerung einen vierten Spieler einzuwechseln. Außerdem dürfen Jogi Löw und Kollegen im Sommer voraussichtlich auf moderne Kommunikationsmittel zurückgreifen. Konkret bedeutet das, dass sich Jogi über das Smartphone bzw. ein anderes Gadget mit seinem Assistenten auf der Tribüne austauschen darf. Marcus Sorg vermittelte die Eindrücke bisher nicht mit Screenshots und Headset, sondern über das klassische Gespräch in der Halbzeitpause. Der Einsatz der mobilen Geräte bleibt logischerweise streng auf das Wohl der Spieler und auf taktische Anweisungen beschränkt.

Videobeweis hin oder her – macht’s noch einmal, Jungs!

Wir sind gespannt, wie sich das FIFA-Council entscheidet und, ob sich die technische Neuerung tatsächlich so gut schlägt, wie das Befürworter meinen. Eines steht aber fest: Wir freuen uns auf die WM und drücken unserem Team die Daumen – ob mit oder ohne Videobeweis!

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