Angeberwissen für fortgeschrittene NFL-Fans: Teil 2

Sport & Fitness

Wer sich mit American Football und der National Football League (NFL) beschäftigt, der weiß: Das Regelwerk ist gar nicht so einfach. Wenn das erst einmal sitzt, gibt es zahlreiche Details, die dem ein oder anderen aber vielleicht nicht sofort auffallen, wenn er sich ein Spiel ansieht. MANONAMISSION listet fünf weitere Details auf, mit denen ihr beim nächsten gemeinsamen Football-Fernsehabend bei euren Freunden punkten könnt (wer den ersten Teil verpasst hat, kann ihn hier nachlesen). 

#1 Unterschiedliche Trikot-Ärmel

Wer sich als Football-Fan ein Trikot kauft, hat in der Regel kein Problem damit, sich das Jersey überzustreifen. Die Uniform der Spieler jedoch hat einen ganz anderen Schnitt. Sie sollen möglichst eng anliegen, damit gegnerische Spieler einen nicht am Trikot festhalten können. Das gilt auch für die Ärmel. Auf dem folgenden Foto von Alvin Kamara, Running Back der New Orleans Saints, ist es gut zu erkennen:

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 Bei Tom Brady, Quarterback des amtierenden Meisters New England Patriots, sind die Ärmel des Trikots jedoch etwas weiter:

 Warum gibt es diese zweite Variante, die es gegnerischen Spielern leicht macht, einen am Trikot zu halten und somit zu stoppen? Das liegt daran, dass Quarterbacks den Ball werfen und mehr Bewegungsfreiheit brauchen. Außerdem kommen sie – wenn sie gut von den Mitspielern beschützt werden – wenig mit Gegenspielern in Kontakt. Welche Ärmel ein NFL-Spieler bevorzugt, ist wohl auch Geschmackssache. Es gibt auch Wide Receiver, die mit weiteren Ärmeln spielen. Umgekehrt gibt es aber auch Quarterbacks, denen die engeren Schulterteile nichts ausmachen – wie zum Beispiel Case Keenum von den Minnesota Vikings.

 Achtet einfach mal darauf, wie euer Lieblingsteam das handhabt.

#2 Nicht alle tragen die gleichen Schuhe

Für American Football gibt es eigene Schuhe, je nach Position sind sie jedoch unterschiedlich. Generell sind in der NFL Schraubstollen verboten, stattdessen haben sie eine feste Noppensohle. Spieler, die beweglich sein müssen – zum Beispiel Running Backs und Wide Reciever – tragen eher „Low Cuts“, also flach geschnittene Schuhe. Es gibt auch „Mid-Cuts“ und „High Cuts“, die einen besseren Halt ermöglichen. „Football-Schuhe haben Stollen, mit denen man Richtungswechsel besser hinbekommt“, erklärt Tim Stadelmayr, Kicker der Schwäbisch Hall Unicorns, dem aktuellen deutschen Meister der German Football League (GFL). „Kicker tragen oft einen Football-Schuh am Standbein und einen Fußballschuh an dem Bein, mit dem sie schießen. Damit sie nicht wegrutschen und einen besseren Stand haben.“ Stadelmayr selbst trägt zwei Fußballschuhe. „Ich hatte auch mal Football-Schuhe, aber die habe ich wieder verkauft. Das Material ist dicker und deswegen hatte ich weniger Gefühl mit im Fuß“, so der Kicker.

#3 Handschuhe in der NFL

An den Händen von Linienspielern und Wide Receivern sieht man sie öfter: Handschuhe – auch bei sommerlichen Temperaturen. Denn sie dienen nicht in erster Linie dazu, die Hände zu wärmen. Receiver wollen mit den Handschuhen besser den Ball fangen können. Die Handschuhe der Line-Men sind gepolstert, stützen Handgelenk und schützen so vor Verletzungen – beispielsweise bei einem Tackle oder bei einem Block. Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, ob die Handschuhe der Wide Reciever unfair sind. Aufgrund des Grips könne ein Spieler quasi jeden Ball fangen, so die Kritik.  Adam Thielen, Wide Receiver bei den Minnesota Vikings, hat mit der Farbe seiner Handschuhe eine andere Debatte ausgelöst. Er trägt im Gegensatz zu seinen Mitspielern gelbe Handschuhe. Thielen sagt, ihm gefalle die Farbe. Aber trägt er die auffälligen Handschuhe in Wirklichkeit, damit ihn sein Quarterback besser sehen und anwerfen kann? Das bringe nicht wirklich etwas, glaubt der frühere NFL-Quarterback Trent Dilfer. „Ich denke, es hat modische Gründe“, sagte er der „Los Angeles Times“. Funfact zum Angeben²: Jedes Team muss die Farbe der Handschuhe seiner Spieler bis zum 1. Juli des jeweiligen Jahres (Saison beginnt im Herbst) melden. Während der Saison darf das dann nicht geändert werden, heißt es im NFL-Regelbuch.

#4 Was hat es mit Bauchgürtel und Arm-Bandage auf sich?

Manche Spieler tragen eine Art Tasche um den Bauch. Was das ist? Ganz einfach: Ein Handwärmer. Vor allem Quarterbacks, Running Backs und Wide Receiver tragen solche Taschen, wenn die Temperaturen niedriger sind. Sie müssen schließlich Ball werfen beziehungsweise fangen oder tragen. Zwischen den Spielzügen und bei Auszeiten heißt es dann: Ab in die Tasche mit den Händen! Handschuhe sind bei Quarterbacks eher weniger beliebt, weil sie dadurch an Ballgefühl verlieren.

 Am Armgelenk von Quarterbacks sind öfter Bandagen zu sehen, auf die sie hin und wieder einen Blick werfen. Die Bandagen haben ein Schubfach, in das man ein Stück Papier schieben kann. Darauf stehen in der Regel Spielzüge. Die Bandage ist eine Merkhilfe für den Quarterback, zum Beispiel, wenn er Klub gewechselt hat und in einem neuen System spielen muss. Aber auch erfahrene Spielmacher verwenden sie, wie zum Beispiel Kirk Cousins von den Washington Redskins.

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 Wer sich jetzt fragt: Auf so einen kleinen Zettel passen doch bestimmt nur wenige Spielzüge drauf? Die Lösung: Auf dem Papier sind in der Regel Kürzel und Abkürzungen gedruckt.

#5 Eine Sonnenbrille für den Football-Helm

Vielleicht ist es Dir schon einmal aufgefallen: Manche NFL-Spieler haben eine Art Visier hinter dem Gesichtsgitter. Manchmal ist es durchsichtig und manchmal getönt. Einer der bekannteren Spieler mit getönter Scheibe ist Marshawn Lynch alias „Beastmode“ von den Oakland Raiders.

 Die Visiere schützen die Augen der Spieler, ähnlich wie beim Eishockey. Die durchsichtige Variante kann sich jeder NFL-Spieler einbauen lassen. Die getönte Scheibe ist im Training immer erlaubt, bei den Spielen ist sie seit 1998 jedoch verboten – es sei denn, der Spieler hat eine ärztliche Bescheinigung. In die letztgenannte Kategorie fällt zum Beispiel Kam Chancellor von den Seattle Seahawks. „Meine Augen tränen, sie tun weh und ich bekomme Kopfschmerzen“, beschreibt er in der „Seattle Times“ die Symptome ohne Visier. Wer die getönte Scheibe ohne ein Attest trägt, muss eine Strafe zahlen. „Die getönte Scheibe ist wie eine Sonnenbrille“, so Chancellor. „Und weißt du, was verrückt ist? Du fühlst dich, als wenn du in deiner eigenen kleinen Zone lebst. Keiner kann deine Augen sehen.“ Funfact zum Angeben²: Laut der „Hall of Fame“ des amerikanischen Profi-Footballs war der erste Spieler mit getönter Scheibe Randall McDaniel. Er spielte von 1988 bis 2001 in der NFL.

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