Vergiss den SimCity Ponyhof: Hier wird mit eisiger Hand regiert!

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Frostpunk – auf den ersten Blick liefern 11 Bit Studios mit Frostpunk ein Anno-Irgendwas im Steampunk-Design. Auf den zweiten Blick bietet das Game weit mehr als eine strategische Aufbau-Simulation. Denn Frotspunk triggered den „Machthaber“ in dir. Und ob ihr so eher zum bösartigen Diktator mutiert oder eure Stadt als fürsorglicher Übervater bemuttert, ist ganz allein euch überlassen. Reicht das aus, um sich von der marktführenden „Wir bauen eine Stadt“-Konkurrenz abzusetzen? Findet sich hier Abwechslung zum 24/7-Fortnite-Dauerzocken? Entwickelt ihr euch wie YouTuber Hänno im Video am Ende des Artikels zum Eis-Tyrann? Oder würden eure ersten Gehversuche als Bürgermeister etwas humaner ablaufen? 

Frostpunk: Weit mehr als nur ein SimCity-Klon!

Jedes gute Spiel braucht ein passendes Setting. In diesem Fall bewegen wir uns in einer Steampower-Welt. Es ist eiskalt. Wir müssen damit beginnen, eine Stadt aufzubauen. Bis jetzt nichts Neues. NPCs werden losgeschickt, neue Rohstoffe zu sammeln.  Mit den gesammelten Rohstoffen werden Gebäude errichtet. Eure Bürger entwickeln Wünsche und Forderungen. Diese erfüllt ihr durch neue Gebäude oder Einrichtung. Geforscht wird natürlich auch. Bis jetzt sprechen wir über eine ganz klassische Strategieaufbausimulation à la Sim City & Co.

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Frostpunk: Persönliche Entscheidungen stehen hier im Mittelpunkt

Mit einem kleinen aber feinen Unterschied. Denn die zusätzlichen Optionen, die das Spiel hinsichtlich persönlichen Entscheidungen bietet, belegen ein Alleinstellungsmerkmal. So müsst Ihr zum Teil äußerst makabere Entscheidungen treffen. Wird das abfallende Bein eines Bürgers amputiert, um ein Weiterverbreiten der Seuche zu verhindern? Entscheidet ihr auch so, wenn sich der Bürger dagegen wehrt? Jede dieser persönlichen Entscheidungen nimmt Einfluss auf den späteren Spielverlauf. Und gerade hier sind dann die politischen Entscheidungen schon knackig. Schickt ihr Kinder zur Kinderarbeit in eine Mine?

Aus großer Macht folgt große Verantwortung! Oder auch große Zerstörung…

Lasst ihr aufständische Bürger öffentlich hinrichten, um so andere vom Aufstand abzuhalten? Dem aber nicht genug. Genau wie im echten Leben werden eure politischen Entscheidungen von euren Bürgern nicht immer bejubelt. Ganz im Gegenteil. Jeder kleine Fehler wird euch unter die Nase gerieben. Entscheiden wir uns dafür, die Kinder auch bei Minustemperaturen in der Mine arbeiten zu lassen, weil anderenfalls die gesamte Stadtbevölkerung unter Rohstoffmangel leidet, ist das schon eine schwere Entscheidung. Stirbt dann eines der Kinder im Zuge dieser Überanstrengung, bekommt ihr die Wut der restlichen Bevölkerung zu spüren. Diese sehen in dem Fall nicht, dass durch das Opfer die Rohstoffversorgung gerettet wurde. Jetzt geht alles ganz schnell: Eure Bürger starten eine kleine Montagsdemo. Und wenn es jetzt keine Zuwendungen regnet, fliegt ihr aber sowas von hochkant aus der City.

“Ich hab das doch alles nur für Euch gemacht!“

Genau dieses weniger positive Verhalten der Untertanen hat mich dann dazu gebracht, mich zu einem bösartigen Diktator zu entwickeln. Wenn das Volk mich nicht liebt, dann tyrannisier ich es eben. Das geht jedoch nur eine gewisse Zeit lang gut. Irgendwann rebelliert das Volk und schmeißt euch dann aus der Stadt raus. In einer witzigen Endsequenz, in der wir dann als einsamer Bürgermeister durch verschneite Gegenden stapfen, kommentieren unsere ehemaligen Bürger das Ganze dann auch noch sarkastisch. Spätestens jetzt wird klar: Wir haben vollkommen richtig entschieden, dieses undankbare Pack bis zur Besinnungslosigkeit Rohstoffe grinden zu lassen. 

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Undankbares Pack. Jetzt wird mit eisener & „eisiger“ Hand regiert!

Für wen lohnt sich jetzt der Griff zu Frostpunk? Wenn ihr Aufbaustrategiesimulationen mögt, dann erwarte euch ein recht komplexes Gameplay. Gleichzeitig muss es euch aber auch gefallen, gefühlt 10.000 persönliche Entscheidungen zu treffen. Und gelegentlich müsst ihr gnadenlose Entscheidungen treffen. Während bei anderen Aufbausimulationen eher das politische Geplänkel oder persönliche Entscheidungen ein Zusatzelement darstellen, ist dieses bei Frotspunk der Mittelpunkt des Games. DieGrafik sieht sehr gut aus. Das winterliche Designkonzept lässt einen auch im Frühling vor dem Rechner frösteln.

Dank steigendem Schwierigkeitsgrad: Am Ende läuft es auf Zerstörung hinaus!

Der Sound ist auch sehr stimmig. Das Steampunk-Designkonzept in Verbindung mit der Musik sorgen für stimmigen Spielspaß. Obwohl ich selbst kein so großer Strategiespieler bin, bzw. so Titel wie Anno & Co. eher meide, hat das Reviewen Spaß gemacht. Die zum Teil makaberen Entscheidungen sind jetzt nicht so meines. Die witzigen und in Sarkasmus abdriftenden Kommentare der Bürger bedienen genau meinen Humor.  Für einen Preis von knapp 30 € kann ich euch das Game empfehlen. Vorausgesetzt, ihr mögt Aufbaustrategie-Spiele. Und ihr wollt Macht „ausleben“ und Entscheidungen treffen. Nebenbei baut ihr deren City aus oder eben „ab“.

Frostpunk auf Steam anschauen Und früher oder später läuft es auf ein destruktives Zerstören eurer Stadt & Bürger hinaus. Das liegt an dem sich immer weiter steigernden Schwierigkeitsfaktor. Auch das muss man mögen. (Erinnert etwas an den Schwierigkeitsgrad von Earth Atlantis.) Genauso gnadenlos wie ihr zu euren Bürgen seid, ist dieser zu euch. 

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