Nissan Leaf im 14 Tage Praxistest  Alltagsheld mit stylischen Features

Nissan Leaf im 14 Tage Praxistest: Alltagsheld mit stylischen Features

Auto & Reise

Er ist der Topseller unter den Elektroautos. Nicht nur in Asien, jetzt auch in Europa. Die Gründe dafür sind ganz logisch: Für ein E-Auto ist der Leaf inklusive Top-Ausstattung für unter 40.000 Euro zu haben. Das ist gefühlt ein echtes Schnäppchen. E-Mobilität mit so viel Style, Komfort und Extras ist selten so günstig. Außerdem kommt er mit seinen 150 PS auch gut vom Fleck.

Jetzt werden wir geizig: ECO-Modus und Klimaanlage

Onboard erfährst du extrem viele Daten. So wie sich es für ein Elektrospielzeug auch gehört. Dagegen schweigt ein Tesla und gibt kaum Daten frei. Anders beim Leaf. Hier siehst du fast alles. Und den Rest verrät dir die App. Dazu später mehr. Das große Display in der Mitte zeigt dir deutlich während der Fahrt, wie viel du gerade verbrauchst. Du bekommst einen Teil dieser Daten auch auf deinem Tacho angezeigt. So können aber auch alle Beifahrer gespannt zuschauen, wie viel kW ihr aktuell nutzt und wie sehr die Klimaanlage Strom frisst.  Ich hatte den Nissan Leaf im Januar 14 Tage zum Testen. Nicht die beste Zeit um ohne Klimaanlage zu fahren. Trotzdem war die errechnete Ersparnis ziemlich verlockend. Da habe ich mich lieber wärmer angezogen, um noch mehr Kilometer fahren zu können. Oben auf dem Foto seht ihr: „Minus 12km“ – wenn jetzt die Klimaanlage eingeschaltet wird. Das ist schon ordentlich. Angezeigt wird die Klima im Betrieb dann meist zwischen 1,5 und 3 kW als zusätzlicher Verbrauch. Die Sitzheizung fällt dagegen gar nicht ins Gewicht. Der ECO-Modus spart außerdem wichtige kW. Eigentlich kannst du den Leaf permanent im ECO-Modus fahren. Ich habe es 99 % der Zeit gemacht. Nur einmal kurz beim Auffahren auf die Autobahn. ECO aus und sofort auf 130 km/h. Danach wieder ECO an. Fertig. Damit sparst du auch beim Cruisen. Ist der ECO-Modus ausgeschaltet, steigt der Verbrauch um etwa 10 bis 15 KW – wenn die Geschwindigkeit gleich bleibt. Also ECO hat Priorität und ist besonders in der Stadt ideal und völlig ausreichend.

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Noch mehr sparen: Energierückgewinnung

Auf dem obigen Bild siehst du auch den blauen Bereich beim Motorverbrauch. Da wird Energie wieder hereingeholt. Das geschieht beim Bremsen. Je stärker oder länger du bremst, desto mehr Energie bekommst du wieder zurück. Vielleicht sieht auch deshalb das blaue Zeichen in der Anzeige nach Recycling aus. Was übrigens total abgefahren ist: Das E-Pedal. Damit fährst du wie mit einem Autoscooter. Du brauchst keine Bremse mehr. Gehst du vom Gas, wenn das E-Pedal aktiv ist, bremst der Leaf automatisch. Die Verzögerung reicht mit ein wenig Übung aus, dass du nicht mehr zusätzlich bremsen musst. Vorausschauendes Fahren vorausgesetzt. Ich habe nur zum Test das E-Pedal ausgeschaltet. Dann fährt er sich wie ein normaler Automatik. Gehst du von der Bremse, rollt das Auto einfach weiter. Mit E-Pedal verzögert er bis zum Stillstand und die Bremsscheinwerfer gehen an. Ist ja schließlich nur fair, dass deine Hintermänner auch wissen, dass du langsamer wirst.

Nissan-App für die Analyse und Fernsteuerung

Du erfährst dort eine Menge! Standard ist natürlich: Du siehst, wie voll dein Akku ist. Hier wird dir auch die Reichweite – mit und ohne Klima – angezeigt, sowie die geschätzte Ladedauer abhängig von der Stromleitung.  Das ist schon echt cool und macht richtig Spaß damit herumzuspielen. Logischerweise aber auch nur, wenn die App funktioniert. Ich hatte ein paar Mal, dass es Störungen gab und keine Verbindung hergestellt werden konnte. Nach 6 bis 24 Stunden ging die App dann aber wieder wie gewohnt.  Du kannst trotzdem mit deinem Auto fahren, auch wenn die App gerade streikt. Einzig die Fernbedienung für die Standheizung geht dann nicht und dieses Feature ist gerade im Winter Gold wert! Da sagst du deinem Leaf einfach per App, auf wie viel Grad das Auto jetzt vorheizen soll und die Klimaanlage wird auf Entfernung angeschmissen. So kannst du in ein schön temperiertes Auto steigen. Falls es draußen stand im Winter, musst du nicht einmal kratzen. Luxus pur.  Danach erhältst du noch in der App eine Bestätigung, dass die Klimaanlage eingeschaltet wurde und jetzt maximal 2 Stunden läuft. Sobald du die Zündung einschaltest, übernimmst du wieder die Kontrolle über die Temperatur. Zugegeben, die Klima per Fernbedienung zu starten und gleichzeitig ohne zu fahren, widerspricht sich etwas. Es kam bei mir letztlich immer darauf an, wie voll der Akku war. Ist nur noch wenig im „Tank“, kann ich auch auf die Wärme verzichten. Habe ich gerade den Akku voll – gebe ich einen aus und lasse das Auto vorglühen. Bevor wir zum Fazit kommen, gibt es noch einen Screenshot aus der App – für die Statistik-Fans unter euch. Hier siehst du nämlich ganz genau, wie du gefahren bist und wie viel CO2 du eingespart hast. 

Nissan Leaf: Fahrtkomfort mit allem Drum und Dran

Alles in Allem ist das Auto eine absolute Freude. Für die Fehlfunktionen der App kann das Auto nichts und deshalb gibt es hier gar nichts zu bemängeln. Klar, die Reichweite kann immer größer sein. Ich hatte den Leaf mit 40 kWh Akku. Der kommt im Winter etwa 230 km weit – im Sommer rund 280 km. Es gibt es ihn aber mit 60 kWh, also 50 % mehr Leistung bzw. Reichweite. Das macht dann sicher gleich noch mehr und vor allem länger Spaß. Die 360°-Kamera hilft zusätzlich beim Einparken und die Bedienung der restlichen Onboard-Spielzeuge ist auch leicht verständlich. Witziges Features: Im Tunnel, wenn der Radio-Empfang schwächelt, gibt es kein nerviges Rauschen mehr. Das Radio wird solange ausgeschaltet, bis die Qualität wieder optimal ist. Besonders positiv überrascht war ich vom Fahrwerk. Da der Leaf ja ein Touch Mittelklasse-Kombi-Charme versprüht, hatte ich ein anderes Fahrgefühl erwartet. Ich wurde eines Besseren belehrt: Er kommt geschmeidig um die Kurven und kleine Unebenheiten auf der Straße oder sogar Speed Bumps schluckt das Fahrwerk bravourös. Für unter 40.000 Euro ist der Nissan Leaf damit eine echte Kaufempfehlung, für alle, die auf den E-Mobilitätszug aufspringen wollen. 

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