Neil Young: ein sanfter Kämpfer

Die einen halten ihn für ein Genie. Die anderen für einen abgehalfterten Rockopa: Neil Young polarisiert die Gemeinde an Rockfans auch heute wohl noch mehr als jeder andere Musiker seiner Generation. Das dürfte nicht zuletzt seiner Liassion mit Pearl Jam in den 1990ern liegen. Denn so mancher Fan war der Meinung, der abgehalfterte Rock-Opa habe sich nur an den Erfolg einer jungen Band dranhängen wollen.

Doch dem ist bei weitem nicht so. Das merken die Fans spätestens, wenn sie ein Konzert besuchen. Denn obwohl er sich nach wie vor eher spastisch wirkend über die Bühne bewegt, zieht er die Besucher mit seiner Gitarre absolut in seinen Bann.

So wurde Neil Young zur Ikone

Der gebürtige Kanadier erkrankte mit fünf Jahren an einer Kinderlähmung, was auch seine spastischen Bewegungen auf der Bühne erklärt: Denn seine linke Körperhälfte ist seither geschädigt, weshalb der Musiker leicht hinkt. Aufgrund dieser Behinderung arbeitet er auf der Bühne auch viel mit Fußpedalen, was die Effekte der Gitarre anbelangt.

Seine Leidenschaft für Musik hatte Neil Young anfang 20 zu Beginn der 1960er Jahre entdeckt. Er spielte in Winipeg in verschiedenen lokalen Bands und nahm auch eigene Songs auf. Allerdings blieben seine Bemühungen eher erfolglos. Deshalb zog er 1966 auch nach Los Angeles und gründete wenig später die Band Buffalo Springfield. Obwohl sich diese Band in der Folkszene rasch einen guten Namen gemacht hatte, stieg Neil Young wegen der ständigen internen Streitigkeiten bereits 1968 wieder aus.

In den folgenden Jahren widmete sich Neil Young seiner Solokarriere und arbeitete mit verschiedenen anderen Künstlern zusammen. Einen Rückschlag schien Neil Youngs Karriere 1971 zu nehmen, als er sich einer Rückenoperation unterziehen musste. Nun konnte er keine elektrischen Gitarren mehr spielen und stieg deshalb auf die Akustik-Gitarre um. Doch ausgerechnet in dieser Zeit schrieb er auch „Heart of Gold“, seinen größten Hit.

Ein Chamäleon im Wandel der Zeit

Seinen musikalischen Stil wechselte Neil Young, wie andere Musiker ihre Unterhosen. So spielte er in den 1970er Jahren überwiegend Folk und Rock, aber auch Country. Besonders krass wechselte er die Stile in den 1980er Jahren. In dieser Zeit experimentierte er mit Minimalismus und elektronischen Elementen, was aber weder bei Fans noch bei Kritikern gut ankam.

Ein grandioses Comeback feierte er jedoch mit dem Album „Mirrorball“ ein großes Comeback. Dies machte ihn zum Godfather of Grunge und entstand in Zusammenarbeit mit Pearl Jam. Das wiederum beeinflusste auch seinen Stil: Auf Konzerten spielte er fortan härter und mit mehr Lust zur Improvisation.

Harald Pfliegl

Harry interessiert als ausgebildeten Lokaljournalisten grundsätzlich alles außer Technik. Nach einer mehrjährigen Odyssee durch Bayern und einem dreijährigen Intermezzo im Wiener Umland lebt und arbeitet er heute in Regensburg.

Vielleicht gefällt dir auch