1.600 PS und 480km/h! Koenigsegg Jesko ist der neue Wahnsinn!

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Die Zukunft ist elektrisch – doch das bedeutet nicht, dass wir uns nicht standesgemäß vom Verbrennungsmotor verabschieden können. Dachte sich wohl auch Koenigsegg und präsentierte auf dem Genfer Autosalon in diesem Jahr nicht weniger als das schnellste Auto, das für Geld zu haben ist. 480 km/h soll der Jesko schaffen – damit dieser Irrsinn Wirklichkeit wird, haben die Schweden ihr Hypercar vollgestopft mit Technik, die das Monster beherrschen soll. Und einem Motor, dessen Leistungsdaten allein jedem Sonntagsfahrer das Fürchten lehren.

Ein feuchter Traum für Motornerds

Herzstück des Jesko ist der „altbekannte“ – wenn das das richtige Wort ist – 5 Liter große V8 von Koenigsegg, der allerdings komplett überarbeitet wurde. Die neue Flatplane Kurbelwelle ist die leichteste je in einem V8 verbaute Kurbelwelle und sorgt nicht nur für mehr Leistung und eine Maximaldrehzahl von 8500 rpm, sondern soll auch die Effizienz maximieren. Ein Hoch auf den Umweltschutz! Im gleichen Stil sind alle weiteren beweglichen Teile des Motors – Kolben, Pleuel und so weiter – nicht nur so leicht, sondern gleichzeitig so intelligent wie möglich gebaut. Dieser Ansatz zieht sich durch die gesamte Konstruktion und sorgt dafür, dass der Jesko trotz brachialer Leistung weniger wiegt als ein vollausgestatteter Golf.

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Achtung an der Tankstelle!

Die konsequente Weiterentwicklung des Motorblocks – unterstützt von zwei riesigen Turbos, denen mit Hochdrucktank und E-Kompressor das Turboloch ausgetrieben wurde – sorgt dafür, dass er am Ende gesunde 1.600 PS ausspuckt, wenn er mit E85 Biosprit betrieben wird. Füllt ihr ihn an der nächsten Tanke mit normalem Super, kommt er auf gerade noch annehmbare 1.280 PS. Um die Leistung an die Räder weiterzugeben, bedarf es natürlich eines standesgemäßen Getriebes. Und weil das nicht so einfach zu finden ist, entwickelte es Koenigsegg kurzerhand selbst: Das Light Speed Transmission klingt nicht nur ziemlich cool, sondern hat auch einen entscheidenden Vorteil gegenüber langweiligen Doppelkupplungsgetrieben, wie sie etwa Bugatti verbaut: Statt zwei Kupplungen landen im LST gleich sechs.

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Die Evolution der Leistungsübertragung

Ein Doppelkupplungsgetriebe schaltet blitzschnell – vorausgesetzt, das Auto hat vorher richtig erahnt, welchen Gang ihr einlegen wollt. Der Vorteil von sechs Kupplungen: Der Jesko kann zu jeder Zeit in jeden seiner neun Gänge schalten. Das ermöglicht der nächsten Funktion mit coolem Namen ein ziemlich cooles Feature: Ultimate Power on Demand. Ein kurzer Tipp auf die Schaltwippe und das Getriebe schaltet wie gewohnt einen Gang nach oben oder unten. Zieht ihr die Wippe dagegen durch, springt der Jesko quasi ohne Verzögerung in den Gang, der maximale Leistung verspricht. Klingt ziemlich praktisch, wenn ihr die Ampel auf Gelb umschalten seht.

Fahrwerk und Lenkung

Koenigsegg preist den Jesko nicht nur als Auto für den Trackday an, sondern betont immer wieder, wie angenehm er sich auf der Straße verhalten soll – dafür setzen die Schweden auf besonders alltagstaugliche Komponenten: Damit beim gemütlichen Beschleunigen an der Ampel das Heck nicht zu sehr eintaucht, kommt die bewährte Triplex Aufhängung zum Einsatz: Ein dritter, horizontal eingebauter Dämpfer. Und weil ihr auf der Autobahn schnell mit einer Tonne Downforce rechnen könnt, gibt es so ein System natürlich auch an der Vorderachse, um die Straßenlage zu optimieren.

 Habt ihr es an der Ausfahrt dann eilig, müsst ihr euch keine Sorgen machen: Dank aktiver Hinterradlenkung zirkelt der Jesko geschmeidig durch jedes Autobahnkreuz und die dezenten Aerodynamik-Elemente halten euch in jeder Situation auf Kurs.

Downforce, Downforce, Downforce

Koenigsegg verbaut den größten Frontsplitter der Firmengeschichte – damit der nicht schon beim Bremsen aufsetzt, reduzieren Klappen bei Bedarf den Abtrieb und bewahren euch vor einer teuren Schönheitsreparatur. In Kombination mit dem dynamischen Heckflügel, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient hat, und dem furchteinflößenden Heckdiffusor kommt so bei 275 km/h eine ganze Tonne Downforce zustande – möglich sind aber noch einmal 400 Kilo mehr, wenn ihr das Gaspedal weiter durchgedrückt haltet.

 Der für den Jesko verantwortliche Designchef bezeichnet die Optik übrigens als selbstbewusst, aber nicht böse – vielleicht hilft das ja dabei, einen wagemutigen Piloten für den Geschwindigkeitsrekord zu finden, der noch aussteht:

Kann er oder kann er nicht?

Die Rede ist vom Erreichen der versprochenen 300 Meilen pro Stunde (ca. 480 km/h) – denn die hat der Jesko bisher nur in Simulationen geknackt. Viel Zeit lassen werden sich die Schweden mit dem Praxistest aber sicher nicht, um sich diese Eintragung in die automobilen Geschichtsbücher nicht entgehen zu lassen. Wer sich jetzt übrigens fragt, was weit jenseits der 400 km/h mit dem monströsen Heckflügel passiert, den können wir beruhigen: Für den Rekordversuch setzt Koenigsegg auf eine umgerüstete Variante mit „nur“ einer halben Tonne Abtrieb.

Haben wir noch was vergessen?

Ganz sicher, denn im Jesko steckt so viel technische Besessenheit und Detailverliebtheit wie in kaum einem anderen Auto – von den optionalen Vollcarbon-Felgen bis hin zum induktiven Laden für Smartphones haben die Schweden an alles gedacht. Bei einem Preis von mindestens 2 Millionen Euro können wir das aber wohl auch erwarten. Der Koenigsegg Jesko ist jedenfalls nicht nur ein geniales „Dankeschön“ von Gründer Christan von Koenigsegg an seinen Vater, sondern auch ein gebührender Abschied von der reinen Verbrenner-Ära – denn schon jetzt steht fest: Das nächste Monster aus Ängelholm wird elektrische Unterstützung bekommen. Und damit sicher auch der elektrisch geladenen Konkurrenz das Fürchten lehren.

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