Wie CR7 und  Transfer des Jahrhunderts alles verändern

Wie CR7 und der Transfer des Jahrhunderts alles verändern

Fußball

„Siiiii“, schallt es rund ums „Juventus Center“ – dem Trainingsgelände von Juventus Turin. Auch der Letzte dürfte nun begriffen haben, dass Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro – oder kurz „CR7“ – ab sofort das Trikot des italienischen Meisters tragen wird. Und die „Siiii“-Rufe verstummen nicht, als Ronaldo von seinen neuen Fans empfangen und bejubelt wird. Der Weltfußballer ist nun mal auch ein Marketingmonster, dessen Torjubel und das damit verbundene „Siii“-Gestöhne von seiner rigorosen Anhängerschaft auf Knopfdruck imitiert wird. Damals hätte es noch kreischende Girlies und Fanboys gegeben, doch Ronaldo wusste sich durch seinen eigentlich simplen aber doch originellen Torschrei von der Allgemeinheit abzuheben. Auch sein neuer Arbeitgeber verpasste dem Tag seiner Ankunft einen Namen: Sie zelebrierten den „CR7DAY“, machten tagelang Werbung über ihre Social-Media-Kanäle und empfingen ihren neuen Superstar mit dem Hashtag #NiceToMeetJu. 

 Wer will es dem italienischen Rekordmeister verdenken? Sie haben sich die Rechte des vielleicht besten Fußballers aller Zeiten gesichert. Ja vielleicht, denn es streitet sich immer noch die ganze Welt seit einem Jahrzehnt, wer denn nun der beste Fußballer des Planeten ist. Da wäre ja noch ein gewisser Lionel Messi, der seit Kleinauf für den FC Barcelona kickt. Mit einer Tatsache müssen wir uns alle Fußballbegeisterten jedoch abfinden. Das jährliche Duell zwischen den beiden Ikonen wird es auf Ligaebene nicht mehr geben. Auch wenn das El Clásico nach wie vor das spannende Duell zwischen den beiden besten Teams Spaniens – wenn nicht sogar der Welt – sein wird, so hat es doch nun seinen eigentlichen Reiz verloren. So wird nicht mehr jeder das Datum des Clásicos rot im Kalender markieren. Ein kleiner aber nicht unbemerkbarer Imageschaden für die spanische Liga ist damit also schon mal durch absehbare geringere Einschaltquoten und eine limitiertere Berichterstattung vorprogrammiert. 

Ronaldo vs Messi – nur noch in der Champions League

Wenn sich Ronaldo und Messi gegenüberstanden ging es nicht bloß um drei Punkte. Pokale, Rekorde und individuelle Auszeichnungen wie der Ballon d’Or standen auf dem Spiel. Nun kann es das Duell nur noch in der Champions League geben, wenn die Losfee mitmacht. Gewiss ist, dass nun mehr Fans die Auslosung der „Königsklasse“ verfolgen werden. Und sie werden dafür beten, dass aus der Auslosung die Partie FC Barcelona gegen Juventus Turin hervorgeht. Ein Champions League-Finale mit Ronaldo und Messi wäre kein Novum. Einmal standen sich beide fußballerischen Schwergewichte im Jahr 2009 gegenüber, als Barca Manchester United mit 2:0 schlug und damit Messi die Oberhand behielt. Zehn Jahre später könnte es also zur langersehnten Revanche kommen. Ronaldo wäre sicher nicht abgeneigt.

Große Investition, noch höherer Profit

100 Millionen Euro flossen für Ronaldo von Turin nach Madrid und 30 Millionen Euro soll der Portugiese jährlich dafür verdienen, dass er im Jersey der „Alten Dame“ zaubert. Und weil der Vertrag bis 2022 geht, könnte man meinen, dass Juve ein hohes finanzielles Risiko für einen 33-Jährigen eingeht. Schließlich verdient Ronaldo damit umgerechnet 2,5 Millionen Euro im Monat, 625.000 € pro Woche, 89.285 € pro Tag, 3.720 € pro Stunde, 62 € pro Minute und 1 € pro Sekunde. Pustekuchen! Ronaldo ist das Werbegesicht schlechthin. Allein am Tag der Verkündung haben die „Bianconeri“ schon 520.000 Ronaldo-Trikots bei einem Stückpreis von 100 € verkauft. Kein Wunder, dass der Server des Online-Shops bereits nach wenigen Minuten überfordert und nicht mehr erreichbar war. Sogar nur durch die Gerüchte an einem möglichen Ronaldo-Transfer ist der Aktienkurs des Klubs aus dem Piemont deutlich angestiegen. Der Abschluss des Jahrhundertcoups sorgte gar für ein Plus von 33 %, was einem monetären Wert von 231 Millionen Euro entspricht. Und man bedenke, dass es einen Ansturm auf die Dauerkarten gab, obwohl Juventus den Preis vor der anstehenden Saison um 30 % erhöhte. Natürlich spricht Juve nun dank des Social-Media-Hypes ein breiteres Publikum an. Ronaldo ist mit mehr als 318 Millionen Followern der populärste Sportler in den sozialen Netzwerken weltweit. Und 1,5 Millionen von ihnen klickten auf den Follow-Button von Juventus. 

Weiterer Nutznießer: Serie A

Aber auch die nationale Konkurrenz verneigt sich seit Bekanntwerden des Deals vor der „Alten Dame“. Die sonst so „öde“ Serie A erfährt damit ein immenses Upgrade. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass die italienische Liga nun der neue Hotspot des europäischen Fußballs wird. Jeder Übersteiger, jedes Traumtor, aber auch jedes einzelne Fauxpas des portugiesischen Weltfußballers wird um die Welt gehen und beschert Italien die Aufmerksamkeit, die sie bislang vermisste. Gerade nach dem Fernbleiben bei der WM ist das Balsam für die italienische Fußballseele. Apropos WM: Phasenweise stellte sogar die Berichterstattung über den anbahnenden Ronaldo-Transfer die parallel laufende Weltmeisterschaft in den Schatten. 

Ronaldo hinterlässt ein schweres Erbe

Im Schatten steht jetzt auch Ronaldos ehemaliger Arbeitgeber Real Madrid, der nach dem Abgang von Trainer Zinedine Zidane ein weiteres Gesicht in kürzester Zeit verliert. Die „Königlichen“ haben ihren König verloren und ein leerer Thron zerkratzt das Charisma des Champions League-Siegers. Wir können also alle mit einer großen Shopping-Tour des Klubs, der dreimal in Serie die Champions League holte, zuletzt in der heimischen Liga aber versagte, rechnen. Real sucht in der Post-Ronaldo-Ära nach einem Thronfolger und wird den Transfermarkt mit Geld überfluten, denn erfahrungsgemäß ist Klub-Präsident Florentino Perez keine Ablöse zu klein, wenn es um das Prestige von seinem mit sehr viel Herzblut geführten Verein geht.  Mindestens ein galaktischer Transfer steht auf der Tagesordnung. Die Einkaufsliste ist dadurch sehr überschaubar. Gehandelt werden Neymar, Mohamed Salah, Kylian Mbappe und Eden Hazard. Wir können zumindest davon ausgehen, dass es nicht Antoine Griezmann wird, der beim Stadtrivalen Atletico spielt und es ihn allein deswegen nach Katalonien zu Reals Erzfeind Barcelona ziehen könnte. Dort spielte ja bereits Neymar und wechselte nach Paris, weil er nicht mehr im Schatten von Messi stehen wollte. Nun wäre die Bühne also frei für ihn bei den „Galaktischen“. Oder angelt sich Real seinen Mannschaftskollegen und im zarten Alter von 19 Jahren frisch gebackenen Weltmeister Kylian Mbappe, der noch so jung genug ist, um möglicherweise sogar mehr Titel zu sammeln als Cristiano Ronaldo? 

Wie viele Folgetransfers bewirkt Ronaldo?

Dadurch, dass zwei Superstars von PSG mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht werden, lässt eine mögliche Kettenreaktion auf dem Transfermarkt erahnen. Der Jahrhunderttransfer von Ronaldo ist möglicherweise der erste fallende Dominostein. Verliert der französische Meister einen seiner Stars an Real, bestünde auch hier akuter Handlungsbedarf. Nach seinem Amtsantritt in der französischen Hauptstadt würde sich Trainer Thomas Tuchel nichts mehr als einen gleichwertigen Ersatz wünschen. Candidat numéro un wäre Eden Hazard, der schon länger mit einem Wechsel in den Parc des Princes liebäugelt und bereits verlauten ließ, dass er den FC Chelsea verlassen könnte. Hier kommt auch Real ins Spiel. Nach seiner bärenstarken WM mit Belgien ist der Linksaußen eine Option, um den Weggang von Ronaldo zu kompensieren. Das Projekt Salah könnte sich durchaus schwieriger gestalten. Zwar war der Ägypter nach seiner plötzlichen Leistungsexplosion für viele der Spieler der abgelaufenen Saison und würde damit sicher den Ansprüchen in Madrid gerecht werden, aber schon beim Coutinho-Transfer von Barca erwies sich der FC Liverpool als hartnäckiger Verhandlungspartner. Die „Reds“ wurden erst sehr spät schwach und ließen ihren damaligen Schützling mit einem halben Jahr Verspätung für eine Summe deutlich über seinem Marktwert ziehen. Vielleicht lässt sich jedoch einer der Vereine auf einen Spielertausch ein. Zumindest befindet sich Reals Flügelstürmer Gareth Bale trotz Glanzleistung im Champions League-Finale bei den „Königlichen“ auf dem Abstellgleis. Ein weiteres Ass im Ärmel von Perez und nicht ausgeschlossen, dass halb Europa für den Waliser Schlange stehen würde.

Weitere Rekorde in Sicht

 Über diesen Transfer von Ronaldo wird man sicherlich noch in einigen Jahren zurückblicken. Solch einen Boom lösten weder Neymar noch Mbappe im vergangenen Sommer aus, obwohl beide jeweils für eine weitaus höhere Ablösesumme den Verein wechselten. Damit beweist Ronaldo, dass er das Nonplusultra im Fußball ist. Man kann mittlerweile sogar darüber spekulieren, ob er nicht vielleicht sogar größer als der Fußball sei. Auch das wird sich in den Köpfen aller Fußballfans manifestieren, wenn Ronaldo bei Juve die nächsten Rekorde einfährt. Die Frage, was diese Maschine denn noch erreichen kann, ist berechtigt. Umso spektakulärer die Antwort: Der Mann mit den überdurchschnittlich gegelten Haaren und monströsen Oberschenkeln würde sich mit einem weiteren Superlativ schmücken, wenn er als Juve-Spieler den Ballon d’Or gewinnt. Er wäre damit der erste Fußballer, der mit drei verschiedenen Vereinen zum Weltfußballer gekührt werden würde – oder kurz gesagt: unsterblich!

Bildquelle: juventus.com


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