Gaming Branche: Telltale’s rücksichtsloser Untergang

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Mit „The Walking Dead“ rückte Telltale in den Fokus vieler Gamer und leistete Pionierarbeit. Dabei wurde die kleine Clementine schnell zum Sympathieträger des Spiels. Serien wie „Game of Thrones“, „Borderlands“ oder auch „Guardians of the Galaxy“ folgten. Nun ist das Unternehmen pleite. Woran liegt es und wie geht es mit „The Walking Dead“ weiter?

90 Mitarbeiter waren erst der Anfang

Allerdings kam der Bankrott des Entwicklers nicht über Nacht, sondern kündigte sich schon länger an. Bereits 2017 wurden 90 Mitarbeiter entlassen, das entspricht in etwa einem Viertel des Studios. Das Unternehmen wollte eine Veränderung, seine Spieltechniken verbessern und sich weiterentwickeln. Weniger Spiele, aber dafür eine bessere Qualität lautete die Devise. Zu viele Projekte, die parallel liefen, hätten unter anderem zu Engpässen geführt. Das sollte nun geändert werden. Der Erfolg blieb leider aus. 250 Mitarbeiter sind nun ihren Job los, 25 von ihnen dürfen ihren Job noch bis zum Januar 2019 ausüben.

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Rücksichtslosigkeit on Point

Die Mitarbeiter des Studios sind maßlos enttäuscht von ihrem Arbeitgeber. Kein Wunder. Schließlich steckte viel Herzblut in der Entwicklung. Da das Gehalt der Mitarbeiter verhältnismäßig gering ausfiel, kann davon ausgegangen werden, dass die Entwickler und Designer dort der Spiele wegen arbeiteten und nicht auf das große Geld hofften. Dass das Unternehmen nun die Fortsetzung von „The Walking Dead“ in den Fokus stellt und nicht zuerst an seine Mitarbeiter denkt, hat daher einen um so bittereren Beigeschmack. Eine Designerin des Teams ist enttäuscht und twittert:

Geldgeber verabschiedeten sich

Telltale Games war stets auf die Finanzierung durch Geldgeber angewiesen. Ende September verabschiedete sich auch Lionsgate als finanzielle Unterstützung. Grund dafür sei, dass das Filmbusiness nun in den Fokus des Investors rückte. Das ist ein wirtschaftlicher Tiefschlag und ein mitunter entscheidender Grund für die Massentlassung. Denn Lionsgate investierte im Februar 2015 satte 40 Millionen US-Dollar in Telltale. Das Unternehmen schaffte es schlichtweg nicht mehr sich finanziell selbstständig zu behaupten.

Die Messlatte war zu hoch

Der Erfolg mit „The Walking Dead“ scheint Segen und Fluch zugleich gewesen zu sein. Denn an ihren Durchbruch konnten sie nie wieder anknüpfen. Telltale Games mag als Pionier gestartet sein, liegt nun aber meilenweit hinter der Konkurrenz. Die Telltale-Engine wurde stets stark kritisiert, doch die Entwickler schafften es einfach nicht sich diesbezüglich zu verbessern. Storylastige Games wie „Life is Strange“ oder die Spiele von Quantic Dream trauen sich mittlerweile so viel mehr und gehen beim Spielen ebenfalls intuitiver von der Hand. 

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Wie geht es nun weiter?

Auch als Arbeitgeber bekleckert sich Telltale nicht gerade mit Ruhm. Die Massenentlassung führte zu einer Sammelklage. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Telltale seine ehemaligen Mitarbeiten noch zwei Monate lang auszahlen muss, inklusive Sozialleistungen versteht sich. Die letzten beiden Episoden von „The Walking Dead“ sollen noch fertiggestellt werden. Skybound Games übernimmt dabei die Produktion und gehört niemand geringerem als dem Walking-Dead-Erfinder höchstpersönlich. Robert Kirkman erklärte sich öffentlich auf der Comic Con dazu bereit mit einigen ehemaligen Mitarbeitern von Telltale am Ende der Serie zu arbeiten. Traurig, dass hierbei die Fortsetzung wichtiger zu sein scheint, als das Wohlergehen der ehemaligen Mitarbeiter.

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