Keine 40 und so aufregend wie eingeschlafene Füße

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Ab welchem Alter werden Männer zu Langweilern? Wann beginnt die Mutation vom powervollen Weltretter zu einem chipsfressenden „mir iss alles egal“ Würstchen? Dieser Frage ist die amerikanische Firma Airbnb auf den Grund gegangen. Es wurden 2.000 Männer und Frauen befragt und ihr Verhalten, Interessen und Lebensqualität unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist niederschmetternd. So unbarmherzig wie das Licht einer Neonröhre, aber die ernüchternde Wahrheit.

Trübe Aussichten für Männer ab 39

Angeblich wird es für die Männerwelt ab dem 27. Lebensjahr grau, öde und trostlos. Die Motivation lässt nach. Jegliche Lebensenergie macht sich vom Acker und lang gepflegte Hobbys oder Interessen werden zur Nebensache. Abenteuerliche Reiseziele werden in liegender Position durch RTL-Dokus erlebt. Der Shopping Kanal demonstriert magische Bauchwegtrainern zu Niedrigpreisen. Da könnte es schon mal passieren, dass diese Euphorie abfärbt und sich der ein oder andere vom Sessel erhebt, schnaufend zum Telefon schleicht und den zentnerschweren Hörer ans Ohr hievt. Ein Scrabble-Abend mit Chips und alkoholfreiem Bier ist das Highlight der Woche. Der traurige Tiefpunkt wird dann mit 39 erreicht. Frauen erlahmen übrigens schon vier Jahre früher! Leider nur ein schwacher Trost. Diese Bilanz schockt. Laut der Umfrage handelt es sich um eine natürliche Entwicklung. Aber warum?

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Die Karriere im Rückwärtsgang

Trägheit und Desinteresse schleichen sich step by step ein und übernehmen dann die Oberhand. Viele der Befragten gaben zu, dass Routine der größte Killer ist. Zwischen Mitte bis Ende 20 sind die meisten Ziele erreicht. Lehre oder Studium sind abgeschlossen. Erste Erfolge in der Karriere wurden abgehakt und das Komplettpaket „Traumfrau plus Familienplanung“ liegt in trockenen Tüchern bzw. müffelnden Windeln. Dieser Lebensabschnitt wird genossen. Ein Jahr, fünf Jahre und dann sitzt du im Teufelskreis.
Willkommen, Alltag.  Ein weiterer primärer Auslöser für eine gewisse Trägheit bis hin zur Lethargie, ist die große Verantwortung und Erwartungshaltung gegenüber der Partnerin bzw. Familie. Die finanzielle Sicherheit muss gewährleistet sein. Hundert unterschiedliche Versicherungen, der Jahresurlaub nach Malle und das Zweitauto sind Standard. Eine gewöhnliche Mietwohnung ist nicht befriedigend. Nachdem die nervige Trompete genügend malträtiert worden ist, verlangt der geliebte Nachwuchs noch Klavier und Ukulele. Zu den Krav Maga Stunden addiert sich der Sprachunterricht für Mandarin. Katze oder Hamster sind so antik wie der T-Rex. Die angesagten Haustiere sind Koi Karpfen und Dressurpferde. Ganz nebenbei will die Boa constrictor bespaßt werden. Die Rolle des Ernährers liegt und lastet auch heute noch größtenteils auf den Männern. Selbst, wenn die erreichte Lebenssituation glücklich macht, drücken die enormen Verpflichtungen aufs Gemüt. Wenn die eigene Person und ihre Bedürfnisse immer weiter in den Hintergrund gedrängt werden, meist unabsichtlich und schleichend, ersticken wir.

Alarmsignale

Wie erkenne ich die ersten Anzeichen „Langweiler des Jahres“ zu werden? – wenn der Hochzeitstag inklusive eines romantischen Candle-Light Dinners bei McDonald’s gebucht wird. Natürlich in der Kinderecke, damit ihr in Ruhe das Essen verschlingen könnt, während die Drillinge so lang schaukeln, bis der FishMac wieder Hallo sagt. – wenn du „Wie ein einziger Tag“, „Dirty Dancing“ oder „Stolz und Vorurteil“
A) interessant findest
B) Rotz und Wasser heulst UND
C) ihn sofort nochmal gucken willst. – wenn du Fernsehwerbung so spannend findest, dass sogar die Pinkelpause vergessen wird. – wenn dein Jahresurlaub aus einem Karton Rotwein, einem Eimer Eiswasser für die Hühneraugen und einem Käseigel besteht. – wenn du die Werbeflyer im Briefkasten für den neuen J.R.R. Tolkien Roman hältst. Genauer gesagt: du genauso lange brauchst um sie zu „lesen“ und dem Verteiler beim nächsten Mal dankbar Geld in die Hand drückst.

Männer! – So nicht! – Gegenangriff

Die Erinnerungen an fette Parties mit pubertierenden Trinkspielchen verblassen von Jahr zu Jahr. Erscheinen nur noch verschwommen in Tagträumen. Das Six-Pack hat sich zu einer blassen, schwabbeligen Masse verformt und berufliche Herausforderungen wie z.B. eine Millionen Klage, sind zum langweiligen Trott geworden. Bevor die verhasste und gefürchtete Midlife-Crisis voll in Fahrt kommt, solltet ihr euch aufraffen und folgende Dinge ausprobieren. Ganz ohne Rezept, Risiken und Nebenwirkungen: – Auf der nächsten Kindergeburtstagsparty übernimmst du die Rolle des Clowns. So mit allem drum und dran. Schminke, roter Perücke und riesigen Schuhen. Danach merkst du, dass diese Demütigung kaum noch zu toppen ist. Um diese Erfahrungen so schnell wie möglich aus dem Kopf zu streichen, wirst du ein Survivaltraining inklusive Matsch, Moskitos und Instantkaffee buchen. Das Machogefühl will wieder erweckt werden. – Mach den Flitzer. Die geeigneten Auftritte: 20-jähriges Abitreffen oder Firmenjubiläum. Nachdem jeder deinen vernachlässigten Schniedel gesehen hat, musst du dir zwangsweise neue Freunde suchen und/oder einen neuen Job. Also, erst einmal Sense mit der alltäglichen Eintönigkeit. Dein Leben bekommt garantiert neuen Schwung. – Schwiegermutter ärgern. Mit den Schuhen ins Wohnzimmer latschen. Während des Tischgebets schon mal das ganze Glas Wein runterkippen und mit einem satten Bäuerchen um Nachschub bitten. Ein Jahr lang keine Pflichtbesuche bei Verwandten und du hast mehr Zeit für dich. – Frühjahrsputz übernehmen. Jalousien, Teppichleisten und den Heizkörper mit der Zahnbürste schrubben. Danach wird dir die Mitgliedschaft im Studio „fit oder stirb“ verlockend vorkommen. Schließ‘ gleich einen überteuerten 20-Jahresvertrag inklusive sadistischen Personaltrainer ab und innerhalb einem Jahr bist du wieder in Topform. – Sei mutig und mach den legendären „Shit Burner“. Zutaten: Papiertüte, Hundehäufchen und ein Feuerzeug. Das „Geschenk“ am besten an einem Montagmorgen auf den Schreibtisch vom Chef drappieren. Dein Bonus: ein Adrenalinschub, wie du ihn seit Jahren nicht mehr in den Adern gespürt hast. Kleiner Nebeneffekt: Jobwechsel.

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