Niki Lauda: Ein Nachruf auf eine Formel 1-Legende

Außergewöhnliche Sportler

Beim heutigen Rennen in Monaco stand Niki im Vordergrund – und es gab mal keinen Doppelsieg für Mercedes. Dafür aber besondere Helme und Fahrzeuglackierungen mit Lauda-Design. Der dreifache Formel 1-Weltmeister und Gründer der Fluglinie Niki, verstarb am 20. Mai 2019 im Alter von 70 Jahren in der Züricher Universitätsklinik mutmaßlich an den Folgen einer Lungentransplantation im letzten Jahr. Der österreichische Rennfahrer war ein begnadeter Formel 1-Pilot und sympathisch noch dazu. Seine zweite Leidenschaft gehörte dem Fliegen. Da ihm die Fliegerei als Pilot nicht genug war, schrieb er stattdessen als Luftfahrtunternehmer Fluggeschichte.

Sohn einer Industriellenfamilie

Niki Lauda stammte aus einer wohlhabenden Industriellenfamilie und hieß mit bürgerlichem Namen Andreas Nikolaus Lauda. Seine Begeisterung für Autos begann schon frühzeitig, indem er sich mit 15 Jahren sein erstes VW Käfer Cabrio kaufte. Schon bald wurde sein Ehrgeiz im Motorsport geweckt, wovon seine Eltern wenig begeistert waren. Kurzerhand überwarf er sich mit seiner Familie und finanzierte sich mit Bankkrediten, bei denen sein guter Name hilfreich war.

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Lauda der Formel 1-Pilot

Der beschwerliche Weg hat sich gelohnt. Im Jahr 1971 begann er seine Rennfahrerkarriere bei March-Ford. Ab dem Jahr 1974 fuhr er bei Ferrari. Hier wurde er zum Helden und holte 1975 und 1977 jeweils einen Weltmeistertitel. Beinahe noch bekannter als seine WM-Siege machte ihn sein tragischer Feuerball-Unfall auf dem Nürburgring 1976 und seine Rückkehr zur Formel 1 nach nur 42 Tagen.

Laudas Kommentar zu seinem Unfall: „Wenn ich nicht 42 Tage danach damit abgeschlossen gehabt hätte, dann hätte ich nicht wieder ins Auto steigen können.“ Danach fuhr er noch drei Jahre lang Rennen bis er im Jahr 1979 unverhofft während des Kanada-GP-Wochenendes seinen Ausstieg aus dem Rennsport mit den Worten verkündete: „…weil es für mich jetzt wichtigere Dinge gibt, als mit dem Auto im Kreis herumzufahren.“ Das war typisch für Lauda: Nicht lange um den heißen Brei herumreden, sondern klare, knallharte Fakten, ohne Gefühlsduseleien. Nach seinem ersten kurzen Ausflug in die Unternehmerwelt 1979 kehrte er 1982 in den Rennsport zurück und konnte 1984 mit McLaren seinen dritten Weltmeistertitel holen.

Niki Lauda der Luftfahrtunternehmer

Drei Jahre nach seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring beendete er überraschend seine Rennfahrerkarriere und startete noch im selben Jahr als Luftfahrtunternehmer durch. Er gründete die Airline Lauda Air, mit der er Charterflüge durchführte. Doch der Start in die Unternehmerwelt ging gründlich schief und er fuhr hohe Verluste ein. 1982 schmiss er dort alles hin und kehrte zur Formel 1 zurück, wurde prompt zum dritten Mal Weltmeister und wagte mit dem gewonnenen Geld einen zweiten Versuch mit Lauda Air. Dieses Mal hatte er Erfolg, weil er sich auf Linienflüge verlegte und damit gute Gewinne erwirtschaften konnte. Die Geschäfte liefen so gut, dass 1990 zunächst die Lufthansa über ihre damalige Tochtergesellschaft Condor bei Lauda Air einstieg und später auch Austrian Airlines. Leider folgte auf den Höhenflug Ende der 90iger Jahre die Talfahrt und Austrian Airlines übernahm die Führung. Lauda schied im Streit aus der Gesellschaft aus. Aber so leicht gab sich Lauda nicht geschlagen und kaufte die Fluglinie Aero Lloyd Austria, die er sogleich in Fly Niki umfirmierte. Auch diese Airline konnte er mit großem Erfolg ausbauen, woraufhin sich Air Berlin 2010 am Unternehmen beteiligte und 2011 sämtliche Anteile übernahm. Lauda war wieder einmal ausgeschieden. Es folgten im Jahr 2016 der Kauf der Businesschartergesellschaft Amira Air und die Umfirmierung in Laudamotion. Sein letzter Coup gelang ihm im vergangenen Jahr, als sich ihm mit der Laudamotion GmbH die Gelegenheit bot, die insolvente Niki-Airline zu kaufen. Und wieder holte er sich eine weitere Fluggesellschaft mit ins Boot: Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair, die Laudamotion inzwischen komplett übernommen hat.

Wie Niki Lauda die Welt sah: Seine besten Zitate

  • Lauda über die Formel 1: „Diese kleine Welt der Zirkusaffen.“
  • Lauda über sein Leben als Rennfahrer: „Es gibt Tausende junger Burschen, die schneller Autofahren können als ich. Aber ich sitze in einem Ferrari.“
  • Lauda nach seiner Aufgabe beim Rennen in Japan 1976: „Das Leben ist wichtiger als der WM-Titel. Ich möchte mich doch nicht umbringen, jedenfalls kein zweites Mal …“
  • Lauder nach seinem Rücktritt beim GP in Kanada 1979: „Ich habe es satt, blöd im Kreis herumzufahren.“
  • Lauda über die Gehälter in der Formel 1: „Bei den heutigen Fahrergehältern würde ich als Amerikaner wahrscheinlich meine Mutter verklagen, dass sie mich zu früh geboren hat.“
  • Lauda auf die Frage, ob er geizig sei: „Ich glaube, ich weiß im richtigen Moment das Geld auszugeben.“
  • Lauda auf die Frage, ob er gerne ins Casino geht: „Mein ganzes Leben war so etwas wie ein Spiel. Ich bin immer Risiken eingegangen, da brauche ich keine Glücksspiele.“
  • Lauda über das Autofahren: „Der Mensch ist bereit, alles zuzugeben. Nur nicht, dass er ein schlechter Autofahrer ist.“

Niki Lauder der Kämpfer

Lauda war mehrfach dem Tod näher gewesen als dem Leben. Seit seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring kämpfte Lauda immer wieder mit den gesundheitlichen Folgen seiner damaligen Verbrennungen und seiner verätzten Lunge. Die starken Medikamente zogen seine Nieren in Mitleidenschaft, wodurch er zwei Spendernieren benötigte, von denen er die erste von seinem Bruder Florian und die zweite von seiner zweiten Ehefrau Birgit erhielt. Zuletzt erfolgte im vergangenen Jahr eine Lungentransplantation von der er sich nie ganz erholte. Diesen letzten Kampf hat Lauda leider nicht mehr für sich entscheiden können. Was bleibt sind die Erinnerungen an eine charismatische Formel 1-Legende, Unternehmer und Medienhelden, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hatte. A tribute to Niki Lauda: 

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