In Brandenburg wird der autonome Elektro-Kleinbus EZ 10 bald seine Probefahrten aufnehmen. Besonders als Zubringer für Bus und Bahn ist er geplant.
Eine Handvoll Städte setzen den innovativen Bus, der an eine Seilgondel erinnert, bereits erfolgreich ein und jetzt mit einiger Verspätung wird das Roboterfahrzeug in Brandenburg unterwegs sein.
Sieh den Elektro-Kleinbus EZ 10 in Aktion.
Automatisierter Verkehr in Erprobung
Die Wahl für den Probebetrieb fiel auf das ländliche Wustenhusen/Dosse in Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg, wo der autonome Elektrokleinbus EZ 10 fahren soll. Das Ziel des Projekts liegt darin, zu ermitteln, in welcher Weise der automatisierte öffentliche Verkehr auf dem Land läuft. Rund zwei Millionen Euro kostet das Forschungsprojekt und 1,54 Millionen Euro steuert das Bundesverkehrsministerium zu dieser Summe bei.
An dem Verkehrsprojekt wirken die Ostprignitz-Ruppiner Personenverkehrsgesellschaft (OPR), die Regionalentwicklungsgesellschaft Nordbrandenburg (REG) und die Technischen Universitäten Berlin und Dresden mit.
In der ersten Phase wird das Stadtzentrum mit dem Bahnhof und einem Supermarkt verbunden. Danach erfolgt den Planungen zufolge in der zweiten Stufe die Anbindung an eine Stadtrandsiedlung.
The #EZ10 #DriverlessShuttle is making its rounds at @wicongress in #Tianjin, #China from 16-19 May 2019. See you there!https://t.co/4syrbx0wgc pic.twitter.com/hwIO7VbkwP
— EasyMile (@Easy_Mile) 16. Mai 2019
Autonomer E-Kleinbus EZ 10
Der autonome Elektro-Kleinbus EZ 10 vom französischen Hersteller EasyMile wird sich auf der abgesteckten Strecke bewegen und den Weg als eine Art virtuelle Bahnschiene nutzen. Verbaute Sensoren sorgen für einen Abgleich zwischen der Umgebung und den gespeicherten Daten. Per Funk wird der Standort des Minibusses an GPS gesendet.
Ein Operator übernimmt die Steuerung mit einem Joystick, wenn die Sensoren die Fahrt wegen Hindernissen wie etwa ein falsch geparktes Fahrzeug stoppen. Er fährt den EZ 10 Roboter-Kleinbus dann um das Hindernis vorbei.
Der Minibus fährt jede Stunde in Abstimmung mit dem aktuellen Fahrplan der örtlichen Busse und Regionalbahn. Von den Einwohnern zeigte sich ein Großteil für das Projekt positiv gestimmt.
Sechs Sitzplätze
Der Test war schon für Oktober 2018 geplant, doch es gab eine Lieferverzögerung des EZ 10 Kleinbusses durch den Hersteller EasyMile. Sechs Fahrgäste finden Platz in dem Fahrzeug. Zwei Minibusse fahren bereits seit rund zwei Jahren in Bad Birnbach, einem Kurort und zählten über 30.000 Fahrgäste.
Die Geschwindigkeit ist mit 15 Stundenkilometern sehr gemächlich, jedoch für Kurzstrecken ausreichend. Die berühmte Berliner Charite setzt ebenfalls zwei Elektrobusse ein, die fast 5.000 Fahrgäste beförderten.
Die Zukunft der Mobilität liegt bei Elektroautos, der Brennstoffzelle und Flugtaxis.