Ed Sheeran‘s neues Album bricht  wichtigste Kritiker-Regel

Ed Sheeran‘s neues Album bricht die wichtigste Kritiker-Regel

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15 Songs, alle verschieden und doch irgendwie ähnlich. Das bekommt man mit Ed Sheeran’s neuem Album No.6 Collaborations Project. Es in wenigen Worten zusammenzufassen, ist kaum möglich. Kritiker tun es trotzdem und verpassen dabei total, dass Ed Sheeran dieses Album nicht für sie gemacht hat. Er hat es nur für sich gemacht und das schwingt in nahezu jedem Song mit, wie sich ziemlich einfach beweisen lässt.

No.6 Collaborations Project Album

Ed Sheeran muss sich nicht verstecken, er muss sich auch nicht mehr beweisen. Wenn er heute aufhören würde, Musik zu machen, würde man ihn trotzdem als einen der erfolgreichsten Künstler unserer Zeit anerkennen. Das scheint ihm bewusst zu sein, denn mit No.6 Collaborations zeigt er einfach nur, dass er erfolgreiche Künstler sammeln kann wie andere Pokémon-Karten. Während Songs mit Popkünstlern wie Camila Cabello oder Justin Bieber nicht wirklich überraschen, sind es die außergewöhnlichen Stile, die dieses Album so besonders machen.

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 Ein Song mit Eminem und 50 Cent? Mit Remember The Name macht Sheeran genau das. Eine Rockhymne wie Blow produziert er einfach mal mit R&B Größe Bruno Mars und Country Legende Chris Stapleton. Mit H.E.R. singt er in I Don’t Want Your Money über Beziehungen. „You know I want way more than I already got. Give me a song with EMINEM and 50 Cent in the club.“  Diese Zeile aus Remember The Name zeigt sehr gut, was Ed Sheeran mit dem Album erreicht hat: Als er noch nicht wusste, ob er einmal erfolgreich sein würde, hatte er Träume von großen Gemeinschaftsprojekten und jetzt erfüllt er sich jeden einzelnen dieser Träume. Und wir sind dabei.

Ed Sheeran’s Musik bleibt seinen Inhalten treu

Wer kann sich an einen Ed Sheeran Skandal erinnern? Wohl kaum jemand. Denn er ist auch nach etlichen Jahren im Musik-Business der Junge von nebenan. Gerade aus No.6 Collaborations Project lässt sich heraushören, wie sehr man ihm das früher vorgeworfen hat. Wie häufig er hören musste, dass er zu unspektakulär sei. Jetzt auf einem Album mit Cardi B, Stormzy, Ella Mai und Skrillex noch immer über das einfache Leben zu singen ist ein einziges Muskelspiel. Take Me Back To London erzählt von seinen Erfolgen und wie er sie mit nach Hause nimmt. In Antisocial singt er davon, dass er oft genug keine Lust auf gesellschaftliche Konventionen hat. I Don’t Want Your Money ist die Geschichte einer Beziehung, in der das Geld keine Rolle spielt. Denn auch wenn man jedes Stadion der Welt füllen kann, ist Zeit am Ende immer noch das wichtigste Gut.

Ed Sheeran’s neues Album Review

Musikkritiker bestimmen nicht, wie gut sich ein Album verkauft. Sonst würde dieses Album von Sheeran wohl den Bach runtergehen. Denn für viele gilt es als unkreativ und Mainstream. Es gäbe keine zusammenhängende Erzählung, Sheeran’s Anteil würde in vielen Songs einfach von den anderen Künstlern überdeckt werden, niemand würde sich mit dem Album weiterentwickeln, es ist schnöde Streaming-Dienst-Optimierung. Boom. Vernichtende Urteile.

 Diese Bewertungen sind legitim, denn es ist der Blick von außen auf ein Album, an das man andere Erwartungen hatte. Ed Sheeran ist so erfolgreich, dass die meisten von ihm erwarten, dass er mit jedem einzelnen Song noch größer und besser wird. Irgendwie scheint dahinter die Idee zu stecken, dass er seinen Erfolg sonst nicht verdiene. Vielleicht liegt genau da das Problem – Ed Sheeran’s Musik ist zu simple, um den enormen Hype zu rechtfertigen, den es um ihn gibt. Die Millionen Zuschauer, das viele Geld, die vielen Preise. Nur weil er große Namen versammelt, sollte er nicht gefeiert werden, meinen die Kritiker.

No.6 Collaborations Project und der Regelbruch

Ironischerweise ist die häufigste Kritik, die das Album bekommt, die absurdeste. Man wirft Sheeran vor, dass No.6 nur produziert wurde, um zu zeigen, wie er sich mit verschiedenen Musikrichtungen schlägt und wie viele coole Leute er zusammenbekommt, die mit ihm arbeiten wollen. Wie verrückt es für Sheeran klingen muss, dass seine Variabilität und Beliebtheit ein Problem wären. Denn Teil des Superstar-Status ist es, dass es einem egal sein kann, was die Leute denken. Nur kleinere und unsichere Künstler müssen auf die Kritiken achten und Panik bekommen, wenn sie als „zu simple“ gelten. Die Wahrheit ist, dass Ed Sheeran einfach Bock darauf hatte zu zeigen, mit wie vielen Leuten er arbeiten kann und wie variabel er als Musiker ist. Dazu kommt, dass der vorher angesprochene Punkt, dass die Texte von einem einfachen Leben erzählen, doch umso schöner ist, wenn die kollaborierenden Künstler sonst immer von Party, Drogen und Sex singen. Nun schnurren sie plötzlich Liebessongs oder sinnieren mit Ed darüber, wie blöd Partys sein können.

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 Die entscheidende Regel, die Ed Sheeran hier also bricht, ist, sich nicht darum zu scheren, was die professionellen Kritiker denken. Er zieht sein Ding durch und klingt für viele Mainstream? Damit kann er wohl leben, wenn man bedenkt, dass nur eine Handvoll Künstler überhaupt in der Lage wären, so viele Richtungen mit so vielen Musikern zu bedienen. No.6 Collaborations sagt: Man hat mir damals eingeredet, ich könnte keinen Erfolg haben und hier bin ich jetzt. Ich mache, was ich will und wie ich es will. Und ich werde nicht müde, den Nörglern von damals und heute zu beweisen, dass ich mit meiner Art Erfolg habe. Im Juli gab Spotify bekannt, dass seine Songs innerhalb eines Monats 69 Millionen mal gehört wurden. Das ist Rekord und übertönt die Kritiker lautstark.


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