Psychische Erkrankungen beim Mann – wenn Mann-sein die Seele belastet

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Burnout, Depression, Angstzustände – Psychische Erkrankungen beim Mann sind heutzutage kein Tabu-Thema mehr. Immer mehr Männer kommen an ihre Grenzen und manövrieren sich in eine seelische Sackgasse. Doch woran liegt das? Sind Männer in der heutigen Zeit weniger belastbar? Oder haben sich die Zeiten wirklich so verändert, dass das Mann-Sein zur Belastung wird? 

Psychische Erkrankungen beim Mann

Natürlich leiden auch Frauen unter seelischen Problemen. Doch es gibt bei Männern die Tendenz, gerade aufgrund des Mann-Seins seelisch zu erkranken. Immer mehr Männer leiden unter Depressionen oder depressiven Verstimmungen, immer mehr erleiden einen Burnout, immer mehr bekommen das Gefühl, dem Alltag nicht mehr gewachsen zu sein. Grund sind die veränderten Umstände und die Erwartungen an den Mann in unserer Gesellschaft.  Früher war es ganz einfach: Der Mann erfüllte ursprünglich die Aufgabe des Ernährers. Er ging seinem Job nach und musste sich lediglich darum sorgen, seine Familie zu ernähren. Heutzutage jedoch wird viel mehr erwartet. Der Mann muss zum Allrounder mutieren. Er muss beruflichen Erfolg haben – und das in einer Zeit, in der der Druck und die Konkurrenz immer größer, die Herausforderung immer komplexer und der Arbeitsmarkt immer unsicherer werden. Er muss aber auch ein liebevoller, aufmerksamer Partner bleiben, der seine Partnerin unterstützt, ihr Aufmerksamkeit schenkt und die Beziehung am Leben erhält. natürlich wird von einem Mann erwartet, dass er ein guter Liebhaber ist und die Frau auch mit ausgefallenem Sex überrascht. Darüber hinaus muss er seiner Vaterrolle gerecht werden, zeit mit den Kindern verbringen und den persönlichen Erziehungsauftrag erfüllen. Dabei ist sogar das Aussehen eines Mannes wichtiger denn je. Der Mann von heute ist schick, perfekt gestylt und hat bestenfalls ein Sixpack.  Unter all dem Druck, dem niemand gewachsen sein kann, muss ein Mann eigentlich zerbrechen, oder?

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Der Druck im Job

Vorbei die Zeiten, in denen man einfach nur gut in seinem Job sein musste. Die Konkurrenz wird immer jünger, immer zahlreicher und immer besser ausgebildet. Know-how wird nicht mehr über Jahre erworben, sondern verändert sich. Da heißt es dran bleiben, dran bleiben, dran bleiben. Bis zur Erschöpfung. Schwäche kann man sich nicht leisten, sonst drohst du, von einem anderen ersetzt zu werden. Dazu kommt der ständige Druck der Erreichbarkeit: Das Handy immer dabei, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten ständig gecheckt – auch am Abend oder am Wochenende. Wann bleibt da zeit, um abzuschalten und den Kopf freizubekommen? Richtig: Gar nicht!  

Familie als psychische Belastung

Immer mehr Frauen sind selbst berufstätig und müssen den Spagat zwischen Job, Haushalt und Kindern meistern. Da erwarten sie auch von ihrem Mann Unterstützung. Darüber hinaus zerbrechen immer mehr Familien im Vergleich zu früher. Zu den Alltagsproblemen kommen dann Unterhaltszahlungen, Trennungsschlachten, erneute Partnersuche und später der ständige Balanceakt in Patchwork-Familien.  Das belastet zusätzlich und führt häufig zum endgültigen Zusammenbruch. 

Psychofalle Social Media

Als wäre das alles nicht schlimm genug, wächst der Druck durch Social Media. Sieh mal an: Andere Männer präsentieren hier ihr Sixpack, ihr neues Auto, Bilder aus ihrem Traumurlaub, Schnappschüsse aus ihrem glücklichen, erfolgreichen Leben. Fakt ist, dass Menschen durch Soziale Medien noch mehr runtergezogen werden. Bist du psychisch am Ende, kann das der ausschlaggebende Punkt sein, um vollends in eine Depression zu versinken. 

Der Ausweg aus der Psychofalle

Die einzige Möglichkeit, um in der heutigen Welt als Mann zu bestehen und sich nicht brechen zu lassen, ist es, sich herausnehmen zu können.  Folgende Tipps helfen dir, zu deinem seelischen Gleichgewicht zu finden:

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  • Fokussiere dich auf das, was dir wirklich wichtig ist.
  • Erlaube es dir, nicht perfekt zu sein.
  • Sage dir, dass auch kein anderer Mann perfekt ist.
  • Gestehe Fehler ein.
  • Akzeptiere, dass Schwäche nichts Schlechtes ist und Hilfe etwas, was du unbedingt annehmen solltest.

Wenn du merkst, dass du seelisch aus dem Gleichgewicht zu geraten drohst, ist dein Hausarzt deine erste Anlaufstelle. Er kann dir helfen, den passenden Facharzt oder die richtigen Therapiemöglichkeiten zu finden. 

Überregionale Krisentelefone

Mailberatung sowie Chatberatung sind bei allen Anlaufstellen über die Website möglich.

Deutschland

Tel.: 0800 / 11 10 111
Tel.: 0800 / 11 10 222
Rund um die Uhr
www.telefonseelsorge.de
telefonseelsorge@diakonie.de

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