Porsche 919 Evo Hybrid: Fällt der Rundenrekord am Nürburgring?

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Was passiert, wenn man einem Autohersteller freie Hand lässt? Keine Abgasnormen und Reglements seinen Rennwagen ausbremsen? Und die Nerven des Fahrers zur einzigen Grenze werden? Das hat Porsche mit dem 919 Evo Hybrid jetzt herausgefunden. Mit dem kompromisslosen Geschoss will der Hersteller die Rundenrekorde auf den Rennstrecken der Welt pulverisieren. Und hat dabei ein automobiles Kunstwerk erschaffen, das ihr im Video am Ende des Beitrags in Aktion bestaunen könnt.

Keine Rennen, kein Reglement

Drei Jahre in Folge gelang es Porsche mit dem 919, die 24 Stunden von Le Mans zu gewinnen. Trotzdem entschieden sich die Zuffenhauser, aus der Rennserie auszusteigen – allerdings nicht ohne einen spektakulären Abgang: Statt die ausgemusterten 919 im Museum verschwinden zu lassen, wurden sie noch einmal überarbeitet. Carbon war ohnehin vom Cockpit bis zur Bremse verbaut. Der Benzindurchfluss musste allerdings nicht länger begrenzt werden. Hinzu kamen dann noch eine Reihe von aerodynamischen Veränderungen – die hätte das Reglement nicht zugelassen, sie entfesseln den Rennwagen jetzt aber erst richtig.

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Schneller als ein Formel 1-Wagen

Das geht soweit, dass sich dem Geschoss sogar die Boliden der Formel 1 geschlagen geben müssen: Im April diesen Jahres umrundete der 919 Evo den Grand-Prix-Kurs im belgischen Spa in 1.41,770 Minuten – schneller als der bisherige Streckenrekord. Den hatte kein geringerer als Lewis Hamilton aufgestellt.

Jetzt will sich der 919 Evo allerdings mit einer 35 Jahre alten Legende messen. Einem Rennwagen, der zu seiner Zeit ebenfalls Sieg um Sieg einfuhr. Und der von echten Ikonen des deutschen Rennsports gesteuert wurde:

Rekordjagd in der grünen Hölle

1983 stellte Stefan Bellof im Porsche 956 C den noch heute gültigen Streckenrekord auf dem Nürburgring auf: In 6 Minuten und 11 Sekunden umrundete er den gut 20 Kilometer langen Track – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von irrsinnigen 200 km/h.

Warum die Zeit bis heute nicht unterboten wurde? Unter anderem, weil die Formel 1 schon seit 1976 nicht mehr auf der Kultstrecke fuhr. Nach dem Crash von Niki Lauda zog die Rennserie nach Hockenheim um. Doch zurück in die Gegenwart: Porsche macht sich scheinbar auf, den eigenen Streckenrekord zu unterbieten. Und glaubt man einigen Beobachtern, ist die Sechs-Minuten-Marke nicht die einzige, die fallen könnte.

Um die Nordschleife in 5 Minuten?

Anfang dieser Woche wurde der 919 Evo auf der Kultstrecke gesichtet. Zwar fielen keine Rekorde, doch die Motorsportwelt ist zuversichtlich. So umrundete Porsche einigen Enthusiasten zufolge die Nordschleife in 6 Minuten und 20 Sekunden – trotz gemütlichem Auslauf. Nach 35 Jahren Entwicklungszeit erwarten wir aber auch nicht weniger als eine Sensation, sollte Porsche den Streckenrekord offiziell angreifen. Denn seit der letzten Rekordfahrt hat sich einiges getan:

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Hybrid-Technik gegen Oldschool-Rennmotor

Während 1983 ein Sechszylinder-Motor mit gut 620 PS zum Einsatz kam, setzen die Zuffenhausener heute auf Downsizing: Der 919 EVO hat nur vier Zylinder mit gerade einmal zwei Litern Hubraum. Für ausreichend Leistung gibt es deshalb – neben der nötigen Zwangsbeatmung durch zwei Turbolader – zusätzlich modernste Technik: Über Bremsenergie und eine Turbine im Abgasstrang wird Elektro-Energie gewonnen und in einem Akku im Cockpit gespeichert. Wer Gas gibt, bekommt die Power brutal zu spüren: Der Elektro-Motor zerrt an der Vorderachse. Der Verbrenner prügelt auf die Hinterachse ein. Und insgesamt über 1000 PS katapultieren das Geschoss nach vorne.

Wann wird der Rekord fallen?

Das ist eine Frage, die momentan niemand beantworten kann – denn Porsche hüllt sich im Gegensatz zu VW in Schweigen, was Rekordversuche angeht. Klar ist allerdings: Der Streckenrekord im belgischen Spa war erst der Anfang. Denn mit der „919 Tribute Tour“ wollen sich die Stuttgarter gebührend von den Fans verabschieden. Und beschreiben ihre Mission mit klaren Worten: „Befreit von jeglichen Reglements, bereit um Rekorde zu brechen.“ Die Nordschleife wird also vermutlich nicht die letzte Rennstrecke auf der Abschiedstournee des Porsche 919 sein. Aber sicher die emotionalste.  Titelbild Quelle: porsche.de

Bildquelle

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