So wirkt sich Hurrikan „Irma“ auf die NFL aus

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Änderungen im Spielplan, Ungewissheit und spontane Umzüge: „Irma“ wirkt sich auch auf die National Football League (NFL) aus. Der Hurrikan hat den US-Bundesstaat Florida erreicht, darum trifft es vor allem die NFL-Teams aus dieser Region – die Miami Dolphins, die Tampa Bay Buccaneers und die Jacksonville Jaguars. So hat die Liga zum Beispiel die Partie Miami gegen Tampa Bay abgesagt. Ein Spiel im Hard Rock Stadium in Miami sei zu gefährlich, so die Begründung. Nachgeholt wird die Partie in Woche 11, genauer gesagt am 19. November. Beide Teams haben in dieser Woche eigentlich ihre Bye-Week – also spielfrei. Mannschaften nutzen die Bye-Week in der Regel zur Erholung. Für Miami und Tampa Bay fällt diese Möglichkeit nun weg. Sie müssen in der gesamten regulären Saison jede Woche ein Spiel bestreiten, also 16 hintereinander. Im American Football, wo ständig Spieler verletzt und angeschlagen sind, bedeutet der Wegfall der Bye-Week einen Nachteil für die Teams. „Wir haben das lange diskutiert und viele Optionen ausgelotet“, sagt NFL-Boss Roger Goodell. „Aber da beide Teams in der elften Woche eigentlich frei haben, ist es aus unserer Sicht genau der richtige Schritt.“ Durch die Spielverlegung bestreitet Miami nun sein erstes Heimspiel in dieser Saison erst am 8. Oktober gegen die Tennessee Titans.

Jaguars kehren wegen „Irma“ später zurück

Auch die Jacksonville Jaguars müssen aufgrund von Hurrikan „Irma“ umplanen. Das Team aus Florida spielt am ersten Spieltag der neuen Saison gegen die Houston Texans. Zwar findet die Partie in Houston statt, doch wegen des Hurrikans verzögert sich die Heimreise der Jaguars. „Das Team wird am Sonntag nach dem Spiel nicht nach Jacksonville zurückkehren“, heißt es auf der Homepage der Jaguars. Das Team will am Montag entscheiden, wie es weitergeht. Normalerweise würden NFL-Teams nach einem Auswärtsspiel sofort in ihre Heimat zurückkehren, teilt der Klub mit.

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 Die Jaguars müssen also in Houston spielen, während zuhause der Hurrikan wütet. Wie gehen die Spieler damit um? „Es wäre ignorant, zu sagen, dass wir in Houston einfach so spielen können“, sagt Jacksonville-Cheftrainer Doug Marrone. „Was würden Sie tun? Einfach sagen: ‚Hey, lasst uns versuchen, den Hurrikan für eine Minute zu vergessen‘? Das kann man nicht machen.“  

Buccaneers und Dolphins verlassen Florida

In der kommenden Woche spielt Jacksonville zuhause gegen die Tennessee Titans – falls das nach „Irma“ möglich ist. Vor dem gleichen Problem stehen auch die Tampa Bay Buccaneers, sie wollen die Chicago Bears empfangen. Ob die beiden Partien stattfinden können, ist noch unklar. Laut einem Bericht der „Tampa Bay Times“ loten die Buccaneers derzeit alle Möglichkeiten aus. Nach der bereits erwähnten Spielabsage haben die Buccaneers und Dolphins in dieser Woche also spielfrei. In Florida bleiben die beiden Teams aber nicht. Miami bekam dabei Unterstützung von Steve Ross, dem Klubbesitzer der Dallas Cowboys. Er hat Spieler, Trainer und deren Familienangehörige nach Kalifornien fliegen lassen. Die Dolphins trainieren nun in Oxnard. Die Stadt liegt 90 Kilometer Luftlinie von Los Angeles entfernt, dort gibt es Trainingsgebäude der Cowboys, die Miami nutzen kann. Praktisch: Miami spielt in der kommenden Woche in Los Angeles und zwar gegen die Chargers. Die Anreise fällt also sehr kurz aus. Die Glazer-Familie, denen die Bucs gehören, hat die 130 Footballer und Team-Mitglieder sowie deren Familie nach Charlotte bringen lassen – und zwar mit fünf Kleinflugzeugen, berichtet die „Tampa Bay Times“. „Sicherheit hat die höchste Priorität“, sagt Tampa-Quarterback Jameis Winston. „Sich um unsere Familien kümmern ist nun sehr wichtig.“

 Während die NFL-Klubs Privilegien nutzen können, um Hurrikan „Irma“ zu entfliehen, sieht es für die meisten Amerikaner in Florida anders aus: 6,3 Millionen Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen – also jeder Dritte, der in Florida lebt. Bereits am Samstagabend waren etwa 76.000 Menschen ohne Storm, Tausende sind in Notunterkünften untergebracht. Am heutigen Sonntag trifft „Irma“ Florida mit mit einer Geschwindigkeit von bis zu 215 Kilometern pro Stunde (Kategorie 4, die höchste ist 5), die Flutwellen sollen bis zu fünf Meter hoch werden.

Hurrikan „Harvey“ trifft Houston – Texans können aber spielen

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Hurrikan die Pläne der NFL durcheinander bringt. 2008 zum Beispiel beschädigte „Ike“ das Stadion der Houston Texans. Darum wurde das Spiel gegen die Ravens verlegt. Erst vor zwei Wochen war Houston erneut heimgesucht worden, diesmal von Hurrikan „Harvey“. 60 Menschen starben, der entstandene Sachschaden wird auf bis zu 180 Milliarden US-Dollar geschätzt. Auf den Spielplan der Texans hatte der Hurrikan diesmal keine Auswirkungen. Angesichts einer solchen Katastrophe ist Football allerdings auch zweitrangig. Das sieht offenbar auch J.J. Watt so. Der Superstar der Houston Texans nutzt seine Popularität und hat am 27. August ein Hilfsprojekt gestartet. Inzwischen sind schon 27 Millionen US-Dollar zusammengekommen.

  

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