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NFL-Bewerbungs-Fragen: Von Prostituerte bis Mordwaffen

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NFL-Teams sind immer auf der Suche nach dem nächsten Superstar. In Bewerbungsgesprächen wollen sie herausfinden, wie die jungen Talente ticken. Manche Fragen sind witzig. Andere dagegen komplett unangemessen. Die Gespräche finden im Rahmen des „Combine“ statt. Bei der Veranstaltung wollen sich die NFL-Teams einen Eindruck von den Nachwuchsspielern verschaffen, bevor sie jemanden verpflichten. Es ist eine wirtschaftliche Rechnung, das Risiko einer Fehlinvestition soll möglichst gering gehalten werden. 300 Spieler sind beim Combine dabei. Und alle wollen in die NFL. Die Talente werden in Indianapolis auf Dinge wie Kraft und Schnelligkeit getestet. Darum müssen sie zum Beispiel Bankdrücken und Sprints absolvieren. Es gibt aber auch einen Intelligenztest sowie medizinische Untersuchungen. Die Job-Interviews dauern 15 Minuten. Dabei wollen die NFL-Teams die Spieler kennenlernen (so gut es eben in der kurzen Zeit möglich ist). Der ehemalige deutsche NFL-Profi Markus Kuhn bezeichnete das Gespräch als „das vielleicht härteste Job-Interview der Welt“. 2012 war er selbst bei den Tests in Indianapolis dabei [Anm. d. Red.: Die ehemels verlinkte Seite "http://www.nfl.com/videos/nfl-combine/09000d5d827cba66/2012-Combine-workout-Markus-Kuhn" existiert nicht mehr.]. Die Klubs testen bei den Interviews auch, wie die potentiellen Angestellten mit unvorhersebahren Situationen umgehen. Hier sind einige witzige und unangebrachte Beispiele:

„Ist deine Mutter eine Prostituierte?“

Ein ganz aktueller Fall vom Combine, der kürzlich stattfand. „Ich habe gehört, Ihre Mutter ist eine Prostituierte – wie denken Sie darüber?“ – diese Frage wurde beim Combine Derrius Guice gestellt. „Es war verrückt“, berichtete der 23-Jährige einem Radiosender über den Vorfall. „Manche Leute versuchen echt, in deinen Kopf zu kommen und wollen sehen, wie du reagierst.“ Welches Team die Frage formuliert hat, erwähnte Guice nicht. Die NFL gibt für die Combine-Interviews Richtlinien vor. Fragen nach der Sexualität zum Beispiel sind tabu. Darum schaut sich die NFL den Fall Guice genauer an. Theoretisch kann sie Strafen verhängen.

„Stehst du auf Männer?“

Auch das ist eine Frage, die tabu ist. Sie wurde dem bereits erwähnten Derrius Guice, aber auch schon 2016 gestellt. Damals traf es Eli Apple, derzeit Verteidiger bei den New York Giants. Ein Assistenz-Trainer der Atlanta Falcons hatte die Frage gestellt. Er entschuldigte sich später bei Apple.

„Wenn du eine Frucht wärst – was wärst du dann?“

Noch ein aktueller Fall [Anm. d. Red.: Die ehemels verlinkte Seite "http://www.nfl.com/news/story/0ap3000000919650/article/the-weirdest-questions-asked-at-the-2018-nfl-combine" existiert nicht mehr.]: Wie Marcus Davenport erzählte, wurde er gefragt: „Wenn du eine Frucht wärst, was wärst du dann?“ Antwort: Ein Apfel. „Because an apple a day keeps the doctor away.“ (Es handelt sich dabei um ein Sprichwort, das sinngemäß so viel bedeutet wie: Iss einen Apfel am Tag und du musst nicht zum Arzt, weil der Apfel so gesund ist.)

„Bist du eine Katze oder ein Hund?“

Cam Newton, Quarterback der Carolina Panthers, berichtete einmal über seine Erfahrung bei einem Combine-Interview. „Bist du eine Katze oder ein Hund?“, sei er gefragt worden. Newtons Antwort: „Ich sehe mich mehr als menschliches Wesen.“

„Würdest du für einen Mord eine Schusswaffe oder ein Messer nehmen?“

Eine sehr pikante Frage, die eindeutig zu weit geht, wurde Jalen Mills gestellt. Er sollte sich in die Situation eines Mörders versetzen. Er wurde gefragt, ob er lieber eine Waffe oder ein Messer nehmen würde, sollte er einen Menschen umbringen wollen. Laut Mills habe das NFL-Team etwas aus seiner Antwort ableiten wollen. „Wenn du das Messer nimmst, tötest du zum Spaß. Mit einer Waffe geht es schneller“, so der Spieler, der derzeit für den amtierenden Super-Bowl-Sieger Philadelphia Eagles aufläuft.

Nicht blinzeln!

Die Seattle Seahawks stellten Michael Dickson nicht nur Fragen, sondern auch eine Aufgabe: „Ich sollte möglichst lange einen starren Blick aufsetzen, ohne zu blinzeln“, erzählte der Nachwuchsspieler. „Ich brauchte mehrere Versuche, habe mehrere Techniken ausprobiert.“ Es sei seltsam gewesen. Nach drei Versuchen habe er den Test bestanden, so Dickson. Eine Teilnahme beim Combine ist keine Garantie für einen Job in NFL. Es gibt prominente Beispiele, die nicht zu den Try-Outs eingeladen wurden – darunter zum Beispiel Julian Edelman, Antonio Gates und Sebastian Vollmer. Die New England Patriots verpflichteten Vollmer trotzdem. Der Deutsche gewann zusammen mit Star-Quarterback Tom Brady zweimal den Super Bowl.


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