Darum machen Männer so gerne auf dicke Hose

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Das Imponiergehabe der männlichen Rasse ist nichts Neues. Aber ist es auch, sinnvoll? Akzeptabel? Sexy? Würde man eine Million Menschen nach ihrer Meinung befragen, würden man eine Million unterschiedliche Antworten entgegengeschmettert bekommen. Sehr subjektiv und vor allem mit vielen persönlichen Emotionen. Aber wo liegt der Ursprung? Mit welchen Konsequenzen muss man rechnen? Ist das normal?

Männer (inoffizielle Definition): können und dürfen angeben

Schon mal einen Gorilla gesehen? Einen echten Gorilla, in Action? Nicht so ein zuckersüßes Baby, das mit Kulleraugen und Daumen im Mund herzerweichend in die Kamera schaut. Kein entspanntes Tier, das gesättigt, dösend und sexuell befriedigt (kein Scherz, sondern elementar) über seine Gruppe wacht. Die Rede ist von einem muskulösen 1,80m groß/250 kg dominanten Silberrücken, der seine Familie oder das Revier verteidigen muss. Oder einfach genervt ist, weil die Zoobesucher ständig an die Scheibe klopfen, Grimassen schneiden und sich asozial benehmen. Seine Erscheinung und Auftreten sind respekteinflößend. Extrem beeindruckend – Männlichkeit pur. Der Drang zu imponieren ist normal. Liegt im Blut, in den Genen. Nicht nur bei Tieren. Und da fangen die Probleme an. In der Wildnis bzw. Natur wissen Blutegel und Gorilla warum und wie sie  Eindruck schinden müssen. Wann körperlicher Einsatz notwendig ist oder ein kleines, primitives Schnaufen ausreicht. Der Instinkt leitet sie. Sie spüren, wenn der Zeitpunkt gekommen ist aufzuhören, oder schlimmsten Falls, man besser aufgeben sollte. Bei uns Menschen läuft alles aus dem Ruder. Und hier die achtzig Billionen Euro Frage: Aus mangelnder Intelligenz? Dem aberwitzigen und gigantischem Ego?  Der ursprüngliche Trieb mit Körpersprache und Gebrüll auf den Feind zu wirken und zu beeinflussen, haben wir übernommen. Der Gegner soll eingeschüchtert werden. Die Intention zu Beschützen, sich die Existenz zu sichern, wird absichtlich fehlinterpretiert. Menschliche Schwächen wie Arroganz und ein verkümmertes Selbstbewusstsein werden gerne als Begründung oder Ausrede für exzessive Aggression und Überreaktion eingesetzt. Irritierend aber nicht überraschend: Sportstudios und Fitnesstrainer bestätigen, dass Männer vorzugsweise Wert darauf legen Brust und Arme zu trainieren. Diese Körperpartien sollen gestählt und aufgepumpt werden, bis der Arzt kommt. Regionen, die sofort ins Auge fallen und die Männlichkeit reflektieren sollen. Da fehlt nur noch, dass sich nach jeder Trainingseinheit animalisches auf die Brust getrommelt wird.

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Mann – Männlicher – Nukular

Was aber tun, wenn Brusthaare, Lungenvolumen und Penislänge nicht mehr ausreichen? Dann werden technische, chemische und diabolische Hilfsmittel aus der Wundertüte gekramt. Am Anfang war alles harmlos. Da wurde mit einer selbstgebastelten Axt aus einem Stöckchen und Stein dem Eindringling eine Kopfnuss verpasst. Dann folgten Messer, dicht gefolgt von Schießeisen, Kettensäge und der heißgeliebten Bombe. Im Nachbarschaftskrieg 2017 wird mit dem PS-stärksten, selbstmähenden Rasenmäher geprahlt. Verwandte werden unfreiwillig mit der langweiligen Neuigkeit niedergewalzt, dass der zwei Jahre alte Kevin einen überteuerten Platz im Privatkindergarten ergattert hat. Frau Meyer wackelt triumphierend vor Frau Schulzes Küchenfenster auf und ab, damit auch ja jeder sieht, dass sie sich die dreißig Zentimeter High Heels von D&G leisten und waghalsig darauf rumeiern kann. Das alles wäre ja noch einigermaßen normal. Albern, aber normal. Seien wir ehrlich und betrachten mal unser eigenes Verhalten: das machen wir auch.

Sich größer oder wichtiger zu machen, als man eigentlich ist, ist menschlich.

Gefährlich wird es, wenn ein kleiner, minderbemittelter Junge eine Handgranate in die Hand gedrückt bekommt. Wenn er Jahr um Jahr mehr Macht erlangt und größenwahnsinniger und irrationaler wird. Die Geschichte hat schon oft beweisen, dass die Kombination nur schief gehen kann. Je bedeutungsvoller die Herrschaft, desto absurder werden die Entscheidungen und das Waffenarsenal/Statussymbol schwillt an. Die eigentliche Aufgabe und Verantwortung seine Familie, das Volk oder das Land zu beschützen, verblassen. Der Drang sein Revier zu markieren, gewinnt die Oberhand. Nur ist ein simples Anpinkeln nicht genug. Die Methoden werden aggressiver. Die Spielzeuge größer, die Werkzeuge bestialisch. Verfolgt man das aktuelle Duell zwischen Trump und Kim Jong Un an, kann man das brodelnde Testosteron förmlich spüren. Das Aufblasen und Eindruck schinden wollen. Bleibt es dabei? Wer kann seinen juckenden Finger über dem roten Knöpfen länger unter Kontrolle halten?

Hunde die bellen – bellen noch lauter

Glücklicherweise plustert dich der Großteil der Machtgeilen nur auf. Sie lassen den dicken Larry raus hängen und es ist mehr Schein als Sein. Nichts dahinter. Ganz nach dem Motto „Hunde die bellen beißen nicht“. Aber ist das ein harmloser und somit friedlicher Dauerzustand? Wenn mentale oder physische Defizite mit Waffen (über)kompensiert werden, ist höchste Vorsicht geboten. Die Kraft eines krankhaften Egos sollte man nicht unterschätzen. Es will gestreichelt, verwöhnt und gefüttert werden. Wann erkennen wir, dass wir einen Imperator groß ziehen? Dass Imponiergehabe zur Psychose wird? Zwei kleine Jungen im Sandkasten. Der kindliche Streit, welche Burg größer ist, gerät leicht außer Kontrolle. Es wird mit Sand geworfen. Das Weichei rennt zur Kindergärtnerin und petzt. Der andere grinst und triumphiert. Bedenklich wäre es, wenn Klein-Kevin realisiert, dass seine Burg kleiner und hässlicher ist und darauf hin sein Schäufelchen in Mäxchens Kopf rammt. Das wäre eventuell ein Fall für ein Elterngespräch.

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