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Wir haben Milch schon vor 6000 Jahren getrunken

Essen & Gesundheit

Laktoseintoleranz ist eine der modernen Modekrankheiten. Na ja, nicht ganz, denn Laktose kann bei vielen Menschen zu Blähungen und Bauchschmerzen führen. Die Ursache ist, dass ursprünglich nur Kinder den in der Milch enthaltenen Zucker verdauen konnten – und mussten. Da Jugendliche und Erwachsene mit dem zunehmenden Alter auf „normales“ Essen umsteigen, brauchen sie natürlicherweise keine Laktase mehr, die die Laktose im Dünndarm spaltet. Die Evolution und Veränderung der Esskultur des Menschen in den letzten 3800-6000 Jahren hat dennoch dazu geführt, dass dein Körper auch im erwachsenen Alter Laktase produziert. Bestimmte Mutationen sollten diese Umstellung vor etwa 4300 Jahren vorangetrieben haben. Aber kürzlich haben Wissenschaftler aus der University of York menschliche Fossilien gefunden, die dafür sprechen, dass Milch noch früher zur Mahlzeit des Menschen gehörte.

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Milch trotz Laktoseintoleranz

Die Wissenschaftler der britischen University of York haben die Überreste der menschlichen Kiefer aus der Jungsteinzeit untersucht. Es hat sich herausgestellt, dass prähistorische britische Farmer schon vor 6000 Jahren Milch konsumiert haben, obwohl sie noch größtenteils laktoseintolerant waren. Es war damals üblich, fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse zu verzehren, die weniger Laktose enthielten.

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 Bei den untersuchten Kiefern wurde Zahnstein in den Zähnen der Farmer aus der Jungsteinzeit festgestellt. In diesem Zahnstein haben die Wissenschaftler Spuren vom Molkenprotein Beta-Lactoglobulin gefunden. Dieses Protein kommt hauptsächlich in der Kuhmilch, aber nicht in der menschlichen Milch vor. Die damaligen Farmer haben also entweder pure Milch in kleinen Mengen oder, was wahrscheinlicher ist, fermentierte Produkte verzehrt.

Mehr Nachweise für den Milchkonsum

Diese Funde passen perfekt zu den früheren Forschungsergebnissen. In der jungsteinzeitlichen Töpferei haben die Forscher bereits Reste von Milchfetten gefunden. Jetzt ist das archäologische Bild also vollständig.

 Mit Hilfe von genetischen Untersuchungen ist es klar geworden, dass erwachsene Menschen erst vor relativ kurzer Zeit eine gewisse Toleranz gegenüber der Laktose entwickelt haben. Diese Mutationen traten in der Bronzezeit vereinzelt auf und verbreiteten sich allmählich auf der ganzen Welt. Trotzdem gibt es heutzutage immer noch viele ethnische Gruppen, vor allem im Süden, die bis zu 100 % laktoseintolerant sind – wie z.B. Chinesen oder Indianer.

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