Tanz-Epidemie von 1518: Vor 500 Jahren tanzten sich Menschen in den Tod

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Es klingt unglaublich: Vor einem halben Jahrtausend wurde die französische Stadt Straßburg für Wochen von einer mysteriösen bis heute nicht vollständig enträtselten Tanz-Epidemie heimgesucht. Getanzt wurde bis zur Erschöpfung und kostete unzähligen Tanzwütigen das Leben.

Was geschah bei der Tanz-Epidemie von 1518?

Mitte Juli 1518 begann den Informationen zufolge eine „Madame Troffea“ auf den Straßen Straßburgs einfach an zu tanzen. Erst noch alleine, leisten ihr immer mehr Menschen Gesellschaft und tanzen unaufhörlich. Von drei Dutzend schnellte die Zahl der Tanzenden auf einige Hundert hoch. Sie bewegten sich pausenlos, bis die ersten übermüdet, wegen Schmerzen oder Erschöpfung zu Boden sanken. Zahlreiche Menschen brachen zusammen und erlitten den Tod. Nach Berichten versuchte die Stadtverwaltung, der „Tanzwut“ Einhalt zu gebieten, indem eine Bühne aufgebaut und Musiker arrangiert wurden. Dieser Versuch scheiterte und stellte den Bürgermeister Straßburgs vor eine unlösbare Aufgabe.

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Pilgerwanderung stoppt Tanzwut

Die Stadtoberen entschieden sich nach einer eingehenden Beratung mit den Tanzwütigen zu einer Pilgerwanderung, der sie zum Schrein des Hl. Vitus in der beschaulichen Stadt Saverne führte. Ein Pfarrer las eine Messe und der Schrein wurde abgeschritten. Die Tanzenden erhielten jeweils ein rotes Paar Schuhe, die vorher mit Weihwasser gesegnet wurden. Oben wie unten waren sie mit einem Kreuz versehen. Die Tanz-Epidemie endete schneller als erwartet und die Tanzwütigen fanden wieder zurück in den Alltag. In die Geschichtsbücher ging das Ereignis als „Straßburger Tanzwut von 1518“ ein.

Erster Tanz-Flashmob der Welt?

Im Netz wird darüber spekuliert, nach der es sich bei der Tanz-Epidemie 1518 um den ersten und ältesten Flashmob der Geschichte gehandelt haben könnte. Wie Forscher herausfanden, bewegten sich die Tanzenden jedoch wie in Trance und spricht für keine freiwillige Teilnahme. Wenige Jahrzehnte später kam es 1564 im belgischen Meulebeek bei Brüssel ebenfalls zu einer Tanzwut. Als Ursache der Straßburger Tanz-Epidemie vermuten Experten heute Nervenkrankheiten oder Epilepsie, die damals als Fallsucht bekannt war. Heute gilt es als relativ sicher, dass der Grund für die Tanzwut im Veitstanz liegen könnte. Der heilige Vitus verursache laut dem Geschichtsforscher John Waller einen Fluch, der besonders die einfachen und armen Bürger betraf. In der Zeit des 14. bis. 17 Jahrhunderts kam es vor allem in der Rhein-Main-Region ebenfalls zu Tanz-Epidemien.

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