Hilfe! Unsere Luft macht uns immun gegen Antibiotika

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Für alle Wehwehchen gibt’s eine Lösung und wirst du nicht auf Anhieb gesund, bekommst du Antibiotika. Ganz einfach, nicht wahr? Nun, die Medizin ist schon lange besorgt, denn bei antibiotikaresistenten Bakterien ist das Ganze nicht mehr so simpel. Es ist eines der größten Probleme, mit denen wir in den kommenden Jahrzehnten konfrontiert sind. Jetzt wird’s aber echt gruselig! Die Forscher setzen noch einen drauf und finden eine Art von Ausbreitung, die bisher noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat: Antibiotikaresistenzgene verbreiten sich über die Luft!

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Antibiotikaresistenzgene: Sie sind überall!

Lange waren die Forscher überzeugt, dass die Antibiotikaresistenzgene nur durch Fortpflanzung vererbt werden können. Bakterien sind aber etwas talentierter als wir Menschen. Sie können Gene über einen Mechanismus namens Pilus an andere Bakterien verschenken. Ob du’s glaubst oder nicht, dafür müssen die Bakterien nicht einmal mehr unter den Lebenden sein. Sobald ihr letztes Stündlein geschlagen hat, geben sie ihr gesamtes Inneres an ihre Umgebung ab und hinterlassen somit kleine DNA-Pakete für andere Bakterien, die zufällig vorbeidüsen. On top können tote, aber auch lebende Bakterien ganz leicht in die Luft gelangen und so auf Reisen gehen. Was dann passiert? Sie verbreiten sich schnurstracks im Ausland!

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Peking nimmt die Luft unter die Lupe

Eine internationale Zusammenarbeit wollte unter der Leitung von Forschern der Peking Universität in Beijing herausfinden, wie weit sich die Gene über Luft verbreitet haben. Bad News: Sie sind überall! Das Team untersuchte 30 verschiedene Arten von Antibiotikaresistenzgene in San Francisco, Paris, Melbourne und 16 anderen Städten weltweit. Die Ergebnisse zeigten, dass Peking, China und Brisbane die größte Vielfalt an Antibiotikaresistenzgenen in der Luft hatte. San Francisco lag mit der Anzahl alles in allem ganz vorne. Die Forscher vermuten, dass das Einatmen von Antibiotikaresistenzgenen zu einer Resistenz in unserer Lunge führen kann und unser Immunsystem darunter leidet. „Durch den Lufttransport könnten fernab gelegene Regionen auch ohne den Einsatz von Antibiotika den Antibiotikaresistenzgene ausgesetzt werden, die zunächst in anderen Regionen entwickelt, aber dorthin transportiert werden“, schreibt das Team.

Woher kommen all die Gene?

In Gebieten mit relativ geringer Luftverschmutzung wurden trotzdem viele bakterielle Gene gefunden. Woher kommen diese kleinen Bösewichte eigentlich? Die Wissenschaftler denken, dass es Kläranlagen, Krankenhäuser und Futtermittelbetriebe die Übeltäter sind. Vor allem Abwasser ist gefährlich, weil die Antibiotikaresistenzgene damit ganz einfach weitergegeben werden. Trotz allem möchten die Forscher nicht gleich den Teufel an die Wand malen und erklären: „Die langfristigen mikroökologischen Konsequenzen für die Atmosphäre und das menschliche Atmungssystem, die sich aus der Exposition von Antibiotikaresistenzgenen in der Luft ergeben, müssen noch weiter untersucht werden.“ Hoffen wir, dass die nächsten Ergebnisse etwas besser ausfallen und. Vielleicht gibt’s doch noch Hoffnung für unsere Lungen!

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