Geisternetze in Borneo: Meereswelt wird platt gemacht

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Du genießt das wunderbare Unterwasserleben und tauchst für dein Leben gern? Das tun viele, aber schon bald gibt’s da in den Tiefen des Meeres nicht mehr viel zu sehen! Schneller als du denkst zerstören all die Geisternetze und Fischkäfige der gierigen Fischer unsere komplette Meereswelt und dann entdeckst du unter Wasser keine farbigen Fische mehr, sondern nur noch gähnende Leere!

Höchste Zeit für Kota Kinabalu

Im Tunku Abdul Rahman Park, einem beliebten Touristenort und Tauchplatz in Kota Kinabalu in der Region Sabah auf Borneo, tauchten ein paar gemütliche Freizeittaucher bis sie plötzlich ein riesiges Netz über den schönen Korallen entdeckten. Die Taucher waren entsetzt, haben Eigeninitiative ergriffen und das 200 Meter lange Netz von illegalen Fischern entfernt. „Das Ganze hat über zwei Tage gedauert, weil wir darauf achten mussten, dass wir die Korallen nicht zerstörten. Es war definitiv kein Spaziergang“, so Jude Junius, Divemaster und Commercial Diver aus Kota Kinabalu.

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Gemeinsam gegen die Ausbeutung

Dieser Vorfall ging Junius nicht mehr aus dem Kopf. Täglich werden durch nur schon ein solches Netz hunderte von Meeresbewohner getötet. Für ihn war klar: jetzt muss gehandelt werden. Er und einige seiner Freunde haben das Problem in die Hand genommen und ein Team von Freiwilligen zusammengestellt. Seit letztem Monat hat das Tauchteam bereits mehr als 13 Geisternetze entfernt. Verschiedene Tauchstationen und Resorts haben die nötige Tauchausrüstung gesponsert. Die Taucher legen sich voll ins Zeug und trotzdem ist Junius bewusst, dass dies nicht ausreicht. „Wir tun unseren Teil, aber es gibt leider nur wenig, dass wir tun können. Die Sabah Parks und die Behörden müssen sich verantworten und entsprechende Maßnahmen ergreifen“, so Junius

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Die Touris gehen Kota Kinabalu durch’s Netz

Du fragst dich, wieso das überhaupt so unglaublich wichtig sein soll? Einerseits ist es sicherlich nicht schön, wenn Fischsorten aussterben, aber darüber hinaus ist der Tourismus für die Region Sabah auf Borneo einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Wird die Meereswelt zerstört, so kann Borneo massiv an Touristen verlieren. „Wir rühmen immer wieder die marine Biodiversität in Sabah, aber solche Vorfälle lassen die Tauchindustrie schlecht aussehen. Besonders wenn ein Taucher gerade erst zertifiziert wurde und sich auf atemberaubende Unterwasserabenteuer freut, wird er schon in naher Zukunft enttäuscht werden“, sagt Junius.

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Thailand macht’s vor

In Sabah sind die Geisternetze gerade in aller Munde, aber auch in Thailand ist das Problem nicht neu. Die Lieblings-Schnorchelinsel der Thailänder Phi Phi wurde für Touristen geschlossen, da die Übernutzung bereits ein schwindelerregendes Ausmaß angenommen hat. Seit Kurzem gilt für alle Boote: Einfahrt verboten. Damit soll die natürliche Schönheit der Insel bewahrt und die umliegenden Riffe geschützt werden. Thailand geht also mit gutem Beispiel voran, da kann sich Borneo noch einiges abschauen.

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