Young man putting contact lens in his eye on light background

Wasserverschmutzung: Wo deine Kontaktlinsen nie landen sollten

Inspiration & Lifestyle

Schockierend: Fast 20 % aller Kontaktlinsenträger spülen die kleinen Plastikdinger einfach die Toilette oder den Abfluss hinunter. Du hast das bisher auch gemacht? Dann ist jetzt Schluss damit, und zwar für immer. Die Umwelt leidet nämlich brutal darunter.

Wie alles begann

Schätzungen zeigen klar: Bis zu 3.36 Milliarden Einweg-Kunststofflinsen gelangen jährlich als schädliche Verschmutzung in die US-Abwassersysteme. Das sind pro Jahr 23 Tonnen Kunststofflinsen. Nicht zu glauben! Einer der Träger ist der Umweltingenieur Rolf Halden von der Arizona State, denn auch er kann nur mit Kontaktlinsen sehen. Eines schönen Tages fragte er sich, wer sich eigentlich um deren Entsorgung kümmerte? Er recherchierte, konnte aber nichts finden. Als er und sein Team eine Umfrage starteten, wurde klar, dass fast 20 % der Leute die Linsen ganz einfach das Waschbecken oder die Toilette hinabspülten. Krass, aber wahr. Das war Halden noch nicht genug. Er wollte es genauer wissen.

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Kontaktlinsen – die Unzerstörbaren

Was passiert mit den Kontaktlinsen, sobald sie in das Abwassersystem gelangen? Filter verhindern zwar, dass große Objekte die Kläranlagen erreichen, aber die winzigen Kontaktlinsen schlüpfen da locker hindurch. Das enorme Problem: Linsen sind nicht abbaubar. „Das sind Medizinprodukte – man kann gar nicht erst erwarten, dass sie super biologisch abbaubar sind“, sagte Halden gegenüber der New York Times. Nun, das hilft natürlich, wenn du die Kontaktlinsen auf dem Auge hast, da sie sich nicht plötzlich in Luft auflösen. Schwimmen die lästigen Dinger aber nach dem Tragen auf ewig in den Abwasserkanälen herum, ist das nicht mehr ganz so geil.

Frischfutter für Fische

Aufgepasst: Kamen die Linsen mit Mikroben in Kontakt, konnte Halden aber doch kleine Veränderungen sehen. Die Bindungen der Kontaktlinsen wurden geschwächt und zerfielen ganz langsam. Du denkst, das ist ein gutes Zeichen? Freu dich nicht zu früh! „Wenn der Linsenkunststoff an Strukturfestigkeit verliert, bricht er physisch zusammen. Das führt zu kleineren Kunststoffpartikeln, die letztlich zur Bildung von Mikrokunststoffen führen“, erklärt Umweltingenieur Varun Kelkar von der Arizona State University. Diese können dann in das Wasser gelangen, das nicht selten zur Bodenverbesserung auf dem Land verteilt wird. Von dort findet der Mikroplastik seinen Weg in unser Ökosystem und schnurstracks landet er in den natürlichen Gewässern. Was dann passiert, ist richtig traurig. Wassertiere verwechseln die Mikrokunststoffe mit Nahrung und essen den Scheiß. Isst du dann den Fisch, ist der Kreislauf geschlossen: Die Kontaktlinse hat den Weg zurück zu dir gefunden.

Ändere deine Gewohnheiten

Was kannst du dagegen tun? Aktuell halten es die Hersteller noch nicht für nötig, auf der Verpackung zu vermerken, wie die Kontaktlinsen zu entsorgen sind.
„Ein einfacher erster Schritt wäre für die Hersteller, auf der Produktverpackung Informationen über die ordnungsgemäße Entsorgung von Kontaktlinsen bereitzustellen, und zwar, indem sie schreiben, man solle sie einfach zusammen mit anderen festen Abfällen in den Müll werfen“, so Halden. Auf lange Frist wünscht sich der Ingenieur Linsen aus Polymeren. Was das bringen soll? Diese Linsen würden uns aus der Patsche helfen. Während des Gebrauchs sind sie stabil und sobald sie die Umwelt erreichen, verwandeln sie sich in abbaubare Wunder. Einfach abgefahren! Solange die Forschung aber noch in vollem Gange ist, mach du selbst den ersten Schritt und halte deine Kontaktlinsen für immer von Spülbecken fern. Ab in den Müll damit!

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