Dunkirk: Ein Meisterwerk, das mehr sein könnte

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Christopher Nolans Dunkirk ist das neueste in einer langen Reihe von technischen Meisterwerken. Die Einnahmen seiner Filme sprechen für sich: Mit über 4 Milliarden Dollar zählt er zu den finanziell erfolgreichsten Filmemachern aller Zeiten. Doch bei ihm stimmt nicht nur die Anzahl verkaufter Tickets. So ziemlich jeder Nolan-Film begeistert sowohl Kinogänger als auch Kritiker. Memento, The Prestige, Die Batman-Trilogie, Inception, Interstellar… die konstante Qualität ist schon fast ein bisschen unheimlich. Dunkirk ist keine Ausnahme. Dennoch gibt es große Unterschiede zu dem, was wir bisher von diesem Regisseur gewohnt waren.

SCHLACHT VON DÜNKIRCHEN

Der Film hat drei verschiedene Hauptfiguren, die allesamt in die Schlacht von Dünkirchen verwickelt sind. Während des Zweiten Weltkriegs stecken 400.000 englische Truppen an der Küste Frankreichs fest. Die Armee der Nazis hat alle Fluchtwege abgeschnitten. Großbritannien ist nur eine kurze Schifffahrt entfernt, doch auch der Seeweg ist abgeschnitten. Die Protagonisten befinden sich an unterschiedlichen Orten und Zeitpunkten. Dadurch erleben Zuschauer Geschehnisse aus drei verschiedenen Perspektiven. Das Coole daran: So gut wie alle Elemente der Schlacht können fast zeitgleich beleuchtet werden. 

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TOM HARDY UND HARRY STYLES

Die Besetzung ist klasse. Vor Veröffentlichung hatte das Casting von One-Direction-Mitglied Harry Styles für etwas Aufregung gesorgt. Der macht seinen Job ziemlich gut und lässt sich seine Boygroup-Vergangenheit nicht anmerken. Es wäre keine Überraschung, bald mehr von ihm als Schauspieler zu sehen. Tom Hardy ist auch dabei. Nach maskiertem Bösewicht Bane in Nolans dritten Batman-Film, sehen wir ihn nun als maskierten Flieger-Piloten. Hardy hat Charisma wie kaum ein anderer. Sein sehr minimalistisches Schauspielen reicht völlig aus, um komplizierte Emotionen rüberzubringen. Auch der Rest der Besetzung liefert gut was ab. Von Newcomer Fionn Whitehead bis Veteran Kenneth Branagh stimmt alles. 

SPANNUNG > HANDLUNG

Für einen Kriegsfilm wirft Dunkirk mit wenig Blut um sich. Sensible Zuschauer müssen also keine Angst vor Szenen à la James Ryan oder Black Hawk Down haben. Wer sich auf ewig lange Kampfszenen gefreut hat, wird enttäuscht werden. Das tut dem Film jedoch gut. Die fehlende Brutalität bedeutet nicht, dass der Streifen langweilig ist. Nolan war es wichtig, eine realistische Darstellung des Krieges ins Kino zu bringen. Sounddesign und Kameratechnik bringen einen tatsächlich mitten ins Kampfgeschehen. Für manche wird die Wirklichkeitsnähe vielleicht sogar eine Nummer zu hart sein. Dazu kommt Hans Zimmers atemberaubende Filmmusik. In Verbindung mit den krassen Szenen fühlt man sich da manchmal wie im Schraubstock. Der Fokus wurde also definitiv auf Spannung gelegt; und dieser Aspekt funktioniert einwandfrei. Allerdings fallen dabei Figuren und Handlung etwas zurück. Es ist ein interessanter Konflikt, den Zuschauer erleben. Einerseits steckt man sehr im Film drin, andererseits fühlt es sich so an, als ob etwas fehlt. Der Film ist durchgängig atemberaubend, doch die fehlende Tiefe hindert ihn daran, ein Film des Jahres zu sein.

FAZIT

Wer Dunkirk kritisiert, jammert auf hohem Niveau. Es gibt keine Momente, die als problematisch herausstechen. Es lohnt sich 100% ein Ticket zu kaufen. Freunde von Kriegsfilmen werden etwas finden, Drama-Fans und Nolan-Fanatiker genauso. Dennoch bleibt das Gefühl, dass der Film mehr sein könnte.

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